
Ganz im Zeichen des Orients steht das am 16. Oktober beginnende Festival Salam Orient. An sechs verschiedenen Spielorten in Wien finden rund einen Monat lang Konzerte, Lesungen und Tanzveranstaltungen statt, die dem Publikum diesen fernen Kulturkreis mit all seinen Geheimnissen und Facetten ein wenig näher bringen sollen.
Den thematischen Mittelpunkt bilden heuer vor allem die mediterranen Nachbarländer an den Grenzen zu Europa. Die Türkei, Syrien, Algerien oder Marokko liegen zwar nicht wirklich am anderen Ende der Welt, in den Köpfen so mancher Europäer scheinen diese Staaten aber von einem anderen Planeten. Somit übernimmt Salam Orient Festival auch eine Art Brückenfunktion, die entgegen allen Vorurteilen, die Gemeinsamkeiten der Kulturen in den Vordergrund zu stellen versucht. Dass in diesem Sinne auch noch hervorragende Musik zu hören sein wird, stellt für dieses Vorhaben mit Sicherheit keinen Nachteil dar. Einen weiteren programmatischen Schwerpunkt bildet mit dem Sufismus, eine sehr volkstümliche Form des Islam.
Das Programm bietet einen, in dieser geballten Form seltenen Einblick in den orientalischen Kulturraum, dessen Sichtweisen und Lebensvorstellungen selbst innerhalb der eigenen Grenzen stark divergieren. So finden sich in Marokko vollkommen andere musikalische Ausdrucksformen oder kulturelle Strömungen wie etwa in der Türkei. Die Musik fungiert daher auch als eine Art Spiegelbild der Gesellschaften.

Bereits der Eröffnungsabend zeigt den Facettenreichtum der diesjährigen Veranstaltung. So entführen Nuru Kane und The Bayefall Gnawa die Besucher auf eine Reise nach Senegal und Marokko, die mit Akli D im zweiten Teil des Abends in Algerien seinen Abschluss findet. Dass aber auch der so genannte orientalische Raum von modernen westlichen Einflüssen nicht vollkommen frei ist, zeigt unter anderem das Konzert von Les Boukakes, wo die Musik der betreffenden Kulturen zu einer Art Rock’n Rai verschmolzen wird.
Aber nicht nur internationale Ensembles bestimmen den Fortgang des Festivals. Auch heimische Beiträge fanden ihren Eingang in das diesjährige Programm. So etwa präsentiert das türkisch-österreichische Alp Bora Trio am 17. Oktober im Porgy & Bess die neue CD “Amber”. Ein anderes Mal folgt Barbara Frischmuth gemeinsam mit dem Mansur Bildik Ensemble den Wegen der Sufi-Mystik. Spielorte des Festivals sind die Szene Wien, das Porgy & Bess, die Sargfabrik, der Ost Klub und das Restaurant Neyeb sowie das Wiener Konzerthaus.(mt)