Bild Rosensprung
Rosensprung (c) Niki Wytoszynskyj

ROSENSPRUNG – „Dunkle Energie“

Die Experimental- Prog-, Post- Rock, Art-Wave Formation ROSENSPRUNG sind TOBIAS LEIBETSEDER, GERNOT MANHART, ROLAND CZASKA und ROBERT KERN. Erst kürzlich erschien ihr 4. Studioalbum „Dunkle Energie“ als 100 Stück limited Edition auf Blauschacht Records. 

Rosensprung klingt wie ein körperloser Upload in den Weltraum. Hier treffen interstellare Geschichten zwischen Trans-, und Posthumanität auf ein klassisch organisiertes Bandsetting. Auch wenn der Name „Rosensprung“ im ersten Moment eher einprägsame Assoziationen an deutschsprachige Alternative-Pop Formationen hervortreten lässt.

Albumcover Dunkle Energie
Albumcover “Dunkle Energie”

Der Titel des Albums „Dunkle Energie“ steht für eine hypothetische, eigentlich nicht nachweisbare Form von Energie die für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich ist, zumindest möglicherweise. Stichwort „Möglichkeit“: Das Album handelt von Expansion und Ausdehnung hinein in andere Räume, nur eben durch Sound. Hinein in Räume der Jugend, Reminiszenz-Räume könnte man meinen. Ikonisch prägende Bands wie etwa Joy Division oder The Smiths werden dabei ins Gedächtnis gerufen. An manchen Stellen klingt es aber auch wie die österreichische, fiktionalisierte Antwort auf Bands wie etwa Tocotronic. Inhaltlich intellektuell aufgeladen, aber stets mit einem Augenzwinkern sind Rosensprung in ihrem musikalischen Raumschiff unterwegs. „Ein Hörfilm”, so meinen sie selbst. 10 Tracks trägt das 6. Studio- Album in sich, darunter finden sich mehr oder weniger mysteriöse Betitelungen wie „Sehnungen“, „Amorph”, „Tiefhimmel“ oder „Dendriten“. Öffnet auch damit auf textlicher und sprachlicher Ebene das Narrativ eines anderen, irgendwie seltsamen Raumes, irgendwo fern von uns.

„Schalte meine Gene aus, eines nach dem Anderen.“

Auf „Dunkle Energie“ wird vor allem mit Elementen der musikalischen Verdichtung gearbeitet. Die Klangräume oder Wege bauen sich dabei sukzessive auf, überlagern oder besser verflechten sich zu einem dichten Mikrokosmos in kinematographischer Ästhetik, die immer wieder abrupt in sich zusammenbricht. Es entstehen filmisch anmutende Momente und Atmosphären die vage an David Lynch´s Traumwelten oder andere Klassiker der Sci-Fi Geschichte denken lässt. Saxofon, Fagott, Synthesizer und vor allem Gitarren prägen hier den Sound, manchmal aber auch Theremin oder Horn. Nonexistente Bilder werden hörbar gemacht, dunkle Ausschnitte aus einer längst vergangenen, veränderten Zukunftsutopie, die vermutlich nie eintreten wird. Irgendwie weird, aber definitiv hörenswert.

Ada Karlbauer

Links:
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Blauschacht Records