
Roland Neuwirth wird nicht ohne Grund die Rolle des internationalen Botschafters der heimischen Musikszene zugeschrieben. Wie wohl kein anderer heimischer Musiker ist der 1959 in Wien geborene Sänger und Gitarrist mitverantwortlich dafür, dass das traditionelle Wienerlied die Zeit überdauert konnte und heute eine Art Renaissance erleben darf. Verdanken ist es dem im Jazz sozialisierten Musiker vor allem, dass sich die Wienerliedkunst gegenüber anderen Spielformen geöffnet hat. Roland Neuwirth beschränkte sich in seinem inzwischen dreißigjährigen Schaffen nie alleine auf die Traditionspflege, vielmehr unternahm er – und das tut er bis zum heutigen Tage – den Versuch, durch die Erweiterung des Klangspektrums das Genre im Gesamten einer Modernisierung zu unterziehen.
Wie nur wenige andere seiner Kollegen versteht es der mehrfach ausgezeichnete Musiker – 1984 erhielt er den Sonderpreis der Stadt Wien, 1994 wurde er mit dem Nestroy-Ring geehrt und 2002 mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien – Schrammelklänge, Bluesharmonien, Elemente des Jazz, moderne Rhythmen und die Wiener Sprachmelodie in einer gemeinsamen Klangsprache zu vereinigen. Ein Ansatz, der bis heute in den Arbeiten der nachfolgenden Musikergenerationen nachwirkt.
Alleine als Leiter Extremschrammeln, welche er während seines Gitarrestudiums an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst im Jahr 1974 in Wien gründete, veröffentlichte der vielseitige Roland Neuwirth bis dato 11 Tonträger. Allesamt Veröffentlichungen, die nicht nur hierzulande großen Anklang gefunden haben. Darüber hinaus komponierte der Altmeister zu zahlreichen Anlässen auch Orchesterwerke sowie für das Theater und den Film. Auch wenn Roland Neuwirth inzwischen über drei Dekaden auf der Bühne zu Hause ist, der Spaß am Musizieren scheint bis heute unverändert geblieben. (mt)
Termine:
28.02. Scharfrichterhaus, Passau (D)
01.03. Gugg, Braunau
02.03. Gugg, Braunau
09.03. Gemenidezentrum, Hagenbrunn
06.04. Orpheum, Wien
12.04. Stift Göttweig
20.04. Gwölb, Korneuburg
Foto © Johannes Cizek