Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Marisa Carvalho de Matos und Dominik Beyer. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria.
Keyhan – „Spring In Your Eyes“ (Keyhan//VÖ:26.06.2026)
Wie oft hat man sich schon in eine Person verliebt und dann herausgefunden, dass man sich eigentlich in eine eigens erschaffene Persönlichkeit verliebt hat, die eigentlich so nicht existiert? Darum dreht sich Keyhans neuer Song „Spring In Your Eyes“. Vorallem auf Social Media kann es schnell passieren, dass einem eine scheinbar makellose Person den Kopf verdreht. Die Mitternachts-Synths, die begleitende Basslinie und Keyhans verführerischer Gesang unterstreichen, diese Anziehung wunderschön. Dabei erzeugt der soulige Vibe eine gewisse Mystik, welche „Spring In Your Eyes“ zu einem genialen (und hotten) Hörerlebnis macht. „I’m hyperfixated“ of this song.
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BIRCH! – „Lilith“ (Birch!//VÖ:26.06.2026)
“I’m not the Other, I’m the One”. Wer auf der Suche nach einem neuen Confidence-Boost Song war, hat ihn nun mit “Lilith” von Birch! gefunden. Der Song hebt sich von anderen empowernden Liedern ab, da der Gesang, die ganze Kraft erzeugt. Wodurch man noch mehr “mitlebt”. Streicher und Schlagwerk bilden eher eine musikalische Basis. Nach anfangs noch sehr zurückhaltenden Synths, bricht spätestens, ab einer wichtigen (und richtigen) Durchsage (siehe Anfang des Textes), die Wucht des Themas auf. Das Lied besingt den Moment, wenn man aufhört seinen Wert von anderen Personen abhängig zu machen und begreift, dass man stattdessen seiner eigenen Stimme vertrauen soll. Eine schöne Message, in einem eindrucksvollen Song verpackt!
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David Arcos – „Quédate“ (Seayou records//VÖ:26.06.2026)
Wer hatte schon einmal eine Trennung und das Gefühl mehr Verbindung zu der Person zu haben als vorher? Darüber singt David Arcos in seiner neuen Single „Quédate“. In diesem Zustand weiß man irgendwie nicht mehr was wirklich Liebe ist und obwohl man nicht mehr zu zweit ist, wächst die Liebe zur anderen Person trotzdem noch. Manche Gefühle kann selbst eine Trennung nicht auslöschen. Der Reggaeton-Beat kombiniert mit den melancholischen Zeilen erschaffen einen herrlichen Sommer-Vibe, bei dem man mit Glücksgefühlen durchflutet wird.
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Zacharias – „Anderswo“ (Rhythm & Poetry//VÖ:16.06.2026)
Zacharias – vielleicht kennen ihn manche noch unter seinem früheren Künstlernamen THE Z. Bereits mit seinem 2024 erschienenen Album Hoffnung pures Gold zeigte Zacharias Schnier, dass Conscious Rap auch eingängig und zugänglich klingen kann. Daran knüpft der Wiener unter seinem neuen Pseudonym nahtlos an. Mit seiner aktuellen Single „anderswo“ liefert er den perfekten Soundtrack für die sommerliche Hitzewelle in der versiegelten Hauptstadt. Ein unbeschwerter, warmer Song, der folgerichtig direkt den Sprung in die FM4-Charts geschafft hat. Phrasierung und Gitarren-Picking wecken zwar unweigerlich Erinnerungen an Seeed, doch Zacharias gelingt es, diese Einflüsse in einen eigenständigen Sound zu überführen, der nie wie eine bloße Kopie wirkt.
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Spiral Drive & Lord Fascinator – „Auto“ (Stonefree Records//VÖ:19.06.2026)
„Auto“ ist die zweite Single der Konzept-EP „Reise“. Zwei schlichte Substantive, die sofort Bilder hervorrufen. Und genau diese Bilder übersetzt Spiral Drive in Musik. Das stoisch wiederkehrende Klavierostinato wirkt wie der monotone Rhythmus einer langen Autobahnfahrt. Die Synthesizer gleiten durch das Frequenzspektrum wie entgegenkommende Autos, mal verschwommen, mal mit hoher Geschwindigkeit. Zwischendurch scheint der Verkehr zu stocken. Die Reise kommt nicht zum Stillstand, aber sie verliert an Tempo. Erst nach rund vier Minuten löst sich der imaginäre Stau. Das Schlagzeug setzt ein und verleiht dem Stück endlich Vorwärtsdrang. Doch gerade weil sich Spiral Drive mit dieser Entwicklung Zeit lässt, funktioniert der dramaturgische Bogen so gut. Der Song versteht den alten Reisespruch wörtlich: Der Weg ist das Ziel. Auch die Entstehungsgeschichte passt zu diesem Gedanken. Die gesamte EP entstand innerhalb von nur fünf Tagen in Mannheim gemeinsam mit den Psychedelic-Rock-Musikern Lord Fascinator und Spiral-Drive-Kopf Raffael Neikes. Der gebürtige Tiroler, der seit einigen Jahren in Wien lebt, entwickelt seinen Sound dabei konsequent weiter und beweist einmal mehr, dass sich Geduld und ein langer Spannungsbogen manchmal mehr auszahlen als die direkte Ausfahrt zum Refrain.
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