Release Radar: DRAMAS, MIBLU, PANDE, RIAN, NORA MAZU UVM…!

Der Release Radar ist eine monatliche Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria.

Lisa Pac – „One last dance” (Pacapproved // VÖ 14.07.2023)

„One last dance” kündigt die musikalische Reinkarnation von Lisa Pac an. Wobei – wiedergeboren werden kann nur, wer vorher gestorben ist. Das kann man von der durchaus erfolgreichen Oberösterreicherin nicht behaupten. Bis vor kurzem kamen die Pophymnen noch recht kraftvoll und lebendig aus den Boxen. 2022 war eigentlich ein Jahr voller Höhepunkte. Dennoch fragt sich das kritische Gewissen: „Möchte ich dort überhaupt hin?
Was möchte ich als Künstler:in – was könnte ich als Künstler:in?”
Back to the roots lautet jedenfalls das neue Motto und kleidet den ersten selbstproduzierten Song in ein authentisch clubtaugliches Gewand mit soulig hauchigen Vocals à la Billie Eilish.

Lisa Pac

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JUNIPA GOLD – „Turn To Dust” (Rola Records // VÖ 14.07.2023)

Die Vorarlberger Band Junipa Gold lieferte schon mit ihren bisherigen Veröffentlichungen den Beweis, dass sie sich in Sachen Indierock vortrefflich versteht und mittlerweile ganz zurecht mit zu den interessantesten und hoffnungsvollsten Acts der österreichischen Rock- und Popszene gezählt wird. Mit „Turn To Dust“ folgt nun der nächste Streich der sich um die stimmgewaltige Frontfrau Mia Berchtold scharrende Truppe. Und wieder einmal wissen Junipa Gold auf allen Ebenen zu überzeugen. Der Song startet verhalten und untypisch für die Band mit elektronischen Drums. Infolge aber wächst sich die Nummer immer mehr zu einer mitreißenden Hymne aus, die sich in den Gehörgängen breitmacht und wirklich Atmosphäre entwickelt. „Turn To Dust” ist eine weitere Single der kommenden EP „Before We Turn To Dust”, die im Herbst 2023 erscheinen wird.

Junipa Gold

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Schattenmusik – „Sunday Service” (Problembär Records // VÖ 14.07.2023)

Hinter dem der Band Schattenmusik verbirgt sich das Gebrüderpaar Enzio und Hieronymus Kloss. Selber bezeichnen sie ihre Musik als psychedelischen Schlager, was im Grunde alles und auch nicht heißt. Was die beiden auf jeden Fall in ihrer neuen Nummer „Sunday Service“, ist handgemachte akustische Popmusik mit Bandbegleitung angehaucht von den 1960er Jahren, die vom Sound her gemütlich schwelgen lässt und zum Entschleunigen anregt. Der Song besitzt seinen ganz eigenen Charme, er ist ein bissl schräg, verbreitet gute Laune und hat doch auch einen tieferen Sinn. Das Debütalbum der beiden in Wien lebenden Salzburger ist für Herbst angekündet. Live zu sehen sind Schattenmusik unter anderem am 30.7. beim Popfest Wien.

Schattenmusik (Facebook)

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DRAMAS – „AFK Mode” (Fabrique Records // VÖ 05.07.2023)

Künstliche Intelligenz ist das neue große Thema, über das allerorts geredet wird. Und es gibt nicht wenige, die sich vor den Entwicklungen, die diese mit sich bringt, ängstigen. Man kann sich dem Thema aber auch ganz anders annähern. Mit Ironie, wie es zum Beispiel das Wiener Duo DRAMAS vormacht. Noch dazu tun das Viktoria Winter und Mario Wienerroither auf eine musikalisch mehr als nur ansprechende Weise. Wie man es von den beiden gewohnt ist, interpretieren sie den Popbegriff nach ihren eigenen Vorstellungen: anspruchsvoll im Songwriting, facettenreich und erfrischend anders in der Soundarbeit, stilistisch mehrdimensional und wunderbar catchy und lässig im Ton. Bei so einem starken Vorboten, darf man wirklich gespannt sein auf das kommende Album, das Anfang 2024 erscheinen soll.

DRAMAS

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MIBLU – „Island“ (Assim Records // VÖ 03.07.2023)

Der Wunsch nach der Rückkehr an den Ort und in die Zeit, in der alles von Unbeschwertheit bestimmt war. Die Wiener Künstlerin MIBLU sehnt sich in ihrer neuen Single „Island” zurück nach der Zweisamkeit, die sie dort erlebte und die scheinbar unwiederbringlich verloren ging. Der in einen minimalistischen elektronischen Klang gekleidete Song vermittelt sich über einen eindringlich melancholischen Ton, der ausgesprochen viel Atmosphäre entfaltet und zugleich auch zum Tanzen animiert. Ein starker Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende Debütalbum.

MIBLU (Facebook)

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PANDE – „Happier“ (VÖ 05.07.2023)

Es ist eine Art musikalischer Ausflug in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, den der Wiener Musiker PANDE mit seiner neuen Single „Happier“ unternimmt. Der Song ruft auf der einen Seite mit seinem grungigen Gitarren-Sound, den Vintage Drum Loops und der melancholischen Stimmung, die er transportiert, irgendwie Erinnerungen an Bands und Künstlerinnen wie die Pixies und Beck hervor, auf der anderen weiß er aber auch mit genügend eigenem Charakter zu überzeugen. PANDE gelingt es, dem Sound der Vergangenheit seinen eigenen persönlichen Stempel aufzudrücken und ihn auf wirklich authentische Weise fühlbar werden zu lassen. Ein wirklich starker Song.

PANDE (Facebook)

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Neuschnee – „Diese Welt ist schöner“ (Las Vegas Records // VÖ 30.06.2023)

Wenn die zweite Single erscheint, ist das Album nicht mehr weit. 
Das Ziel von Neuschnee war es schon immer, Schubert und Nirvana in einem Song zu vereinen. Dieses gewagte Unterfangen ist dem musikalischen Kopf der Band, Hans Wagner, stets aufs Trefflichste gelungen. So gehören die Alben von Neuschnee in die Pflichtsammlung des melancholisch veranlagten Hörers, der mit der leidenden Welt in Resonanz treten möchte. Mindestens ebenso wie Nirvanas „MTV Unplugged in NY“ oder eine Aufnahme von Schuberts „Winterreise“.
Melancholisch ist auch das neue Album, obwohl die Streicher nicht mehr dieses kammermusikalische Fundament bilden. Die klingen nu mehr nach Samples aus der Library. Der Beat in Richtung Trip-Hop und damit vielleicht etwas frischer. Man will dem Namen ja auch gerecht werden. 

Neuschnee

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Cari Cari – „My Grandma Says We Have No Future” (perla nera // VÖ 30.06.23)

“My Grandma Says We Have No Future” von Cari Cari klingt wie ein Jingle für einen Werbeclip für Cari Cari
Cari Cari ist aber kein neuer Riegel von Nestlé, sondern ein Pop Duo aus Wien. Zudem einer der erfolgreichsten Exportschlager aus Österreich. (Platz 3 der Austrian Album Charts!) 
Zahlreiche Konzerte auf großen internationalen Festivals zeugen davon, dass die Band nicht nur ein Leckerbissen für die Algorithmen der großen Playlists ist. Eingängige Gesangsmelodien, eine repetitive Bassline und ein Refrain der bereits nach 30 Sekunden auf dem Trommelfell zergeht, sind die Zutaten für dieses musikalische Zuckerl. Verpackt im Psych-Indie-Surf Style. On Top ein stylisches Musikvideo à la „Die Hexen von Eastwick“. 
Message: Der schrecklichen Gegenwart mit Galgenhumor begegnen. Das schreit förmlich nach einem Zombie Gitarrensolo von AK.

Cari Cari

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VALEH – „otherside“ (töchterundsöhne // VÖ 16.6.2023)

Ein Song übers Abschiednehmen mit der Hoffnung, sich dann doch wieder einmal zu begegnen. Die Wiener Schauspielerin Valerie Huber wagt sich unter dem Namen Valeh auf ein für sie neues Terrain vor. Und zwar auf das musikalische. Das tut sich auf wirklich überzeugende Art und Weise. Ihre erste Single „otherside“ offenbart sich als ein echter tanzbarer Sommer Song, der aber nicht mit ausgelassener Feierlaune punktet, sondern sich mit leicht melancholischer und nachdenklicher Note schwingend gefühlvoll seinen Weg in die Gehörgänge bahnt. Starkes Debüt.

Valerie Huber

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Rian – „Sexy” (Warner Music Group Germany // VÖ 16.06.23)

Der Kärntner Musiker Rian zeigt uns in seiner neuen Single was “Sexy” heißt. Das klingt fast wie eine Drohung – käme da nicht noch der Nachsatz: “Natürlich nur, wenn du willst” in die Pause. Konsensuell ist ja ohnehin das Stichwort der Stunde.
Endlich mal ein Act made in Austria, der sich an amerikanischen Entertainern à la Justin Timberlake orientiert, ohne dabei nur Fremdscham zu generieren. Von diesem jungen Songwriter wird man in Zukunft noch viel hören. Vom Indie- bis zum Hitradio.

Rian

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