RALPH MOTHWURF ORCHESTRA – „Zelt“

Vorhang auf frei für eine wirklich spektakuläre musikalische Darbietung. Der Musiker und Komponist RALPH MOTHWURF und sein hochklassig besetztes Orchester begeben sich auf ihrem eben erschienenen Album „Zelt“ (Edition Ö1) auf eine wunderbar ereignisreiche und ebenso fesselnde musikalische Reise quer durch die unterschiedlichsten Formen des Jazz und über diese hinaus.

Albumcover Zelt
Albumcover “Zelt”

Betrachtet man das Orchesterprojekt von Ralph Mothwurf, kann man durchaus zum Schluss kommen, dass man es hier mit jemanden zu tun hat, der in den etwas größeren Maßstäben denkt. Und das nicht nur weil sein Orchester insgesamt 22 Instrumentalist*innen zählt. Auch musikalisch schreitet der gebürtige Linzer einen Pfad hin zu einer großen Vision entlang. Ralph Mothwurf bringt auf seinem Debüt Musik zu Gehör, die unterstreicht, dass er sich keinesfalls gewillt zeigt, sich in seinem Tun in irgendeiner Art einzuengen. Ganz im Gegenteil, der Musiker und Komponist schöpft aus dem Vollen, er überwindet in Fragen der Stilistik jedes einengende Genredenken und verwirklicht einen Sound, der sich auf wirklich aufregende Weise Platz zwischen den unterschiedlichen Formen der Musik Platz nimmt.

Ein Sound fern des Gewöhnlichen

Musikalisch zieht sich die Linie in Mothwurfs Kompositionen von der Tradition des Jazz bis hin den Spielarten der zeitgenössischen Moderne, wobei dieser Versuch einer Beschreibung auch nur grob die gesamte Breite des Albums ausdrückt. Das Erstaunliche ist, dass sich die wirklich vielen verschiedenen Elemente ausgesprochen harmonisch zusammenfügen und vom Orchester exzellent miteinander zu funktionieren gebracht werden. Die Stücke pendeln spannungsgeladen zwischen Komplexität, Popularität und Zugänglichkeit, sie nehmen die großen wie auch kleinen Formen an, sie bauen Stimmung auf und explodieren hochdramatisch, sie biegen immer wieder unerwartet ab und überraschen mit immer anderen Wendungen.

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„Zelt” ist ein Stück Musik geworden, das definitiv darauf abzielt, sich mit ihm zu beschäftigen. Ralph Mothwurf und sein 22-köpfiges Orchester liefern eine Jazzalbum ab, das eigentlich gar nicht wie eines wirkt, weil es sich auf erfrischende Weise über die gängigen musikalischen Konventionen hinwegsetzt. Und genau dieser Aspekt ist es auch, der das Dargebotene zu so einem interessanten Erlebnis werden lässt.

Michael Ternai

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Edition Ö1