Raab & Preuschl – aufgepeplt

Ganz im Zeichen von Harry Pepl steht der am 26. Mai in der Roten Bar des Wiener Volkstheaters stattfindende Konzertabend. Mit Lorenz Raab und Raphael Preuschl nehmen sich zwei Vertreter der jungen heimischen Jazzszene unter dem Programmtitel “aufgepeplt” den Stücken des leider vor wenigen Jahren viel zu früh verstorbenen Musikers an.

Nicht viele österreichische MusikerInnen können von sich behaupten, eine gesamte Szene so sehr geprägt zu haben, wie es der gebürtige Wiener zu seinen Lebzeiten getan hat. Pepl gehörte zu jenen wenigen heimischen Ausnahmen, die auch international für großes Aufsehen sorgen konnten. Der Jazzer galt schon früh als musikalischer Grenzgänger, der sich mühelos zwischen den unterschiedlichsten Stilen zurechtfand, egal ob es sich nun um Jazz oder zeitgenössische Musik handelte. Es war vor allem sein ungemein facettenreiches und in die Tiefe gehendes Spiel, für welches der so hochgeschätzt wurde. Aber nicht nur als Musiker war Harry Pepl angesehen. Er war auch als Komponist tätig und unterrichtete als Professor für Gitarre/Jazz an der Musikhochschule Graz. Große Bekanntheit erlangte der Musiker vor allem mit seinem Projekt Jazz-Zwio, welches er gemeinsam mit Werner Pircher ins Leben gerufen hat.

Harry Pepls Schaffen wurde schon des Öfteren einer Neuinterpretation unterzogen. Man erinnere sich nur an das Projekt von Christian Muthspiel und Georg Breinschmid. Mit dem Trompeter Lorenz Raab und dem Bassisten Raphael Preuschl versuchen sich nun zwei Vertreter der jungen heimischen Jazzszene an den Stücken und Kompositionen der österreichischen Musikerlegende. Beide Musiker zählen ohne Zweifel zu den meistbeschäftigten Instrumentalisten dieses Landes.

So ist der Hans-Koller-Preisträger aus dem Jahre 2004 Lorenz Raab sowohl als Solotrompeter in der Wiener Volksoper, wie auch mit kleinen Jazzbands unterwegs. Der inzwischen weit über die heimischen Grenzen bekannte Musiker stellt immer wieder eindrucksvoll unter Beweis, dass Groove und Jazz keinesfalls nur Gegenpole darstellen müssen. Die Inspiration aus elektronischen Sounds ziehend, versucht der Trompeter immer neue Klänge aus seinem Instrument heraus zu locken. Dabei bewegt sich der gebürtige Linzer mit einer solchen Leichtigkeit zwischen Genres Klassik, Jazz, Neue Musik, Tanz, afroamerikanische Rootsmusik und HipHop. Wie Raab tanzt auch Raphael Preuschl auf etlichen Hochzeiten. In seinen zahlreichen Projekten zeigt sich der Bassist ungemein vielfältig. Egal ob nun bei Fuzz Noir, beim Peter Rom Trio oder bei den unzähligen anderen Projekten. Raphael Preuschl gelingt es, durch sein virtuoses, aber immer zweckdienliches Spiel der Musik stets seinen eigenen Stempel aufzudrücken.(mt)