POWERNERD – „Vendigo“

Das Trio POWERNERD veröffentlichte im Jänner 2016 seine EP „Vendigo“ (Seayou Records). Nach ihrem Erfolg mit der Single „BMX“ im vergangenen Jahr ist die Band nun aus ihrer dystopischen Galaxie hervorgekrochen und überzeugt abermals mit spacigen Synths und fetten Bässen.

Wer sie sind, weiß man nicht. Anscheinend kommen sie aus der dystopischen Zukunft der 80er und irgendwie hören sie sich auch so an – wobei „dystopisch“ vielleicht zu negativ konnotiert ist. Wer Musik mag, die nach bunten Neonröhren und Discokugeln verlangt, ist hier genau richtig. Tanzmusik, Hüpfmusik und Musik zum Cool-mit-dem-Kopf-Nicken – willkommen bei Powernerd. Die drei Typen hinter dem Namen sind ein Drumroboter, ein Synth-Technopriester und ein Android mit Yngwie-Malmsteen-Programmierung, das klingt auf jeden Fall vielversprechend.

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Futuristisch genial

Albumcover Vendigo
Vendigo

Das Album „Vendigo“ fließt so angenehm den Gehörgang hinunter, dass man nicht mehr darauf achtet, welches Lied gerade spielt, sondern vollkommen in den spacigen Kompositionen gefangen ist. „Vendigo“, der Titelsong des Albums, ist der energievolle Einstieg in eine Reise durch unerforschte Gebiete des Universums. Synths, Gitarre, Drums aus den 80ern, Kirchenglocken und der minimale Voice-Part vereinen sich und passen perfekt zusammen. „Neon Nights“, das darauffolgende Lied, hat eine ähnliche instrumentale Zusammensetzung – wie auch der Rest des Albums. Die Nummer zwei des Albums hört sich an, als würde man eine Großstadt mit bunten Neonröhren ausstatten und eine riesige Themenparty schmeißen – mittendrin jedoch von einem Alienüberfall gestört werden. Schwer vorstellbar, aber wahr.

„No Man’s Land“, die Nummer drei, ist vom Tempo her etwas langsamer als die Vorgänger, aber nicht weniger energievoll. Eigentlich könnte man sagen, dass das Lied die Fortsetzung des vorherigen ist – also die Schlacht mit den Aliens. Passend dazu kommt „Highscore“, die Nummer vier des Albums – der Sieg über die Aliens. Fröhlich, richtig 80er-Jahre Style, aber vom Tempo immer noch etwas gedrosselt.

Die Party kann weitergehen, die Discokugeln drehen sich munter weiter. Das Album schließt ab mit „We got the power (VHS Dreams Big Mix)“, einem Track, der die ZuhörerInnen zum Tanzen zwingt. Voller Kraft und Coolness – die von Zeit zu Zeit sprechende Stimme ist heruntergepitched, dazwischen immer wieder ein gerufenes „Yeah“. Der Song ist nicht ganz so futuristisch wie die davor, hat aber trotzdem die Powernerd-Power.

Das Album „Vendigo“ von Powernerd ist ein rundes, sehr gut produziertes Werk von drei Typen, die wirklich etwas vom Musikmachen verstehen. Egal ob Dystopie oder Utopie oder doch nur die Realität – das Album passt immer.

Antonia Seierl

Powernerd live
12.2. Fluc, Wien / 10 years of Seayou party
31.3. Heuer, Wien

Foto Powernerd (c) Julia Eder
Powernerd (Facebook)
Seayou Records