Porträt: Nihils

Wie aus dem Nichts sind sie aufgetaucht, die Nihils, eine junge Truppe, die ausgehend von der beschaulichen Gemeinde Waidring, die hohen Berge Tirols erklommen hat, um auch Restösterreich mit ihrer melodisch, erfrischenden Indie-Pop Musik zu beglücken. Seit 2007 machen Ramon Riezouw (Sänger, Gitarrist), Thomas Lackner (Schlagzeuger), Florian Nothegger (Lead-Gitarrist) und Dominik Brunner (Bassist) gemeinsame Sache. Begonnen hat ihre musikalische Laufbahn – abgesehen von unzähligen Spieleinsätzen innerhalb der Musikkapelle ihres Heimatdorfes – in einem Proberaum, wo die Jungs eifrig an Songs schreiben und an Melodien basteln, die ihrer Charakteristik zwar wenig Bezug zur alpenländischen Region nehmen, dafür aber umso mehr nach waschechtem Brit-Pop klingen.

Das mag einerseits mit den musikalischen Präferenzen des Quartetts zusammen hängen, die unter anderem UK-Bands wie The Kooks, Two Door Cinema Club als auch The Hoosiers zu ihren musikalischen Einflüssen zählt, andererseits an der Tatsache liegen, dass Sänger Ramon Riezouw  für gewisse Zeit seinen Wohnsitz ins südenglische Brighton verlegte, wo er am BIMM (Brighton Institute Of Modern Music) Professional Musicianship studierte und mitten am Geschehen der britischen Musikszenen teilhaben durfte.

Bei lokalem Bekanntheitsgrad, wollen es die Nihils zukünftig nicht belassen. Der große Traum der Band geht dahin, irgendwann einmal in der internationalen Indiepop-Szene mitzumischen. Um ihre Popularität zu steigern, nutzen die Nihils jede Chance, die sich ihnen in den Weg stellt. Selbst die ganz “Große” im ORF wurde von den Jungs in Betracht gezogen und so sah man Riezouw Lackner und Co. im Herbst 2011 während der freitäglichen Prime-Time über den Fernsehbildschirm rocken. Nicht nur die heimische Prominenten-Jury fand Gefallen an der Performance des sommerlichen Gute-Laune-Songs “Set my Sail”. Das Lied entstand ursprünglich aus der Idee, lieben Kollegen und Fans ein musikalisches Präsent zu bereiten. Guten Freunden gibt man nicht nur ein Küsschen, sondern schenkt ihnen ebenso gerne so etwas wie eine feine Pop-Glanznummer, die mitten durchs Ohr ins Herz geht. Das Video zum Song, der es immerhin auf Platz 14. der österreichischen Single-Charts gebracht hat, wurde am Tiroler Pillersee gedreht und vermittelt dermaßen herrliches Urlaubs-Feeling, dass selbst ein Marketing-Laie auf die Idee kommen könnte, das Video als Tirol-Werbung herzunehmen.

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Die Castingshow “Die große Chance” hat sicherlich eine Menge dazu beigetragen, dass die Indie-Truppe einen musikalischen Aufschwung erlebt hat und nun mit frischem Wind im Rücken, die Segel für weitere Erfolge setzten kann. Teilnahmen bei diversen Band-Wettbewerben und zahlreiche Gigs durch Europa, führten die Nihils mitunter auf eine gemeinsame Bühne mit der deutschen Popformation Polarkreis 18, Nena, sowie den schwedischen Kollegen von Friska Viljor.

Indes haben sich die Tiroler in ihr Aufnahme-Kämmerlein zurückgezogen, um an Songs für ihr neues Album zu arbeiten. Dank Einreichung beim 22. Call des Österreichischen Musikfonds haben sie eine Förderzusage für die Produktion ihres zweiten Albums bekommen. Man darf sich sicherlich auf das ein oder andere Altbewährte in Form von melodischen Akkorden gepaart mit englischer Lyrik freuen, dennoch sei hiermit offenbart, dass sich die Nihils zukünftig auf neues musikalisches Territorium wagen. „Das neue Album soll etwas, elektronischer werden, aber immer noch einfach unter die Haut gehen und sehr tanzbar sein“, hat Schlagzeuger Thomas Lackner verraten.

Die Nihils beweisen einmal mehr, dass sie alles andere als Neulinge in der Branche sind und den reifen Schritt wagen, sich neuen stilistischen Wegen zu öffnen. Die Formation bleibt am Puls der Zeit und wird dadurch  garantiert einige Sprossen mehr auf  Karriereleiter des großen Musikbusiness hochsteigen.(bw)