
Nein, von klassischer Musik haben Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu in ihrer Jugend wenn überhaupt, nur vom Hörensagen gehört. Als sie damals durch die Straßen ihrer Heimatstadt Bulawayo in Zimbabwe spaziert sind, waren es vor allem traditionelle heimatliche Klänge, welche sie umgaben. Dass sie einmal ihr Land verlassen und in Wien als ihren Lebensmittelpunkt erwählen werden, haben sie sich vermutlich genauso wenig vorstellen können, wie, dass genau die Klassik es ist, die heute einen bestimmenden Teil ihrer künstlerischen Schaffens einnimmt. „Ich bin sozusagen im Ghetto aufgewachsen, wo die klassische Musik eigentlich niemanden wirklich Begriff ist. Man kennt nur die lokale Musik. Aber in den Städten, in großen Einkaufszentren oder in Hotels, da ist sie schon gespielt worden. Ich habe sie dort auch gehört, aber sie hatte für mich keinerlei Bedeutung, ich fand sie langweilig und zu langsam“, so Vusa Mkhaya Ndlovu in einem mica-Interview 2008.
Aber wie es oft so ist, kommt es anders als man denkt. Als Vokalensemble Insingizi Europa mit dem Ziel bereisend, die Musik ihrer Heimat auch im europäischen Breitengrad bekannter zu machen, führte der Weg die drei Sänger 1996 nach Wien. Sie fassten den Entschluss, in der österreichischen Hauptstadt die Zelte aufzuschlagen, um von hier aus ihre Mission fortzusetzen. Schnell kam man der hiesigen Musikszene in Kontakt und lernte den aus Braunau stammenden Jazzpianisten Roland Guggenbichler kennen. Dieser war in der heimischen Musikszene kein Unbekannter mehr, arbeitete er doch schon mit österreichischen Größen wie Kurt Ostbahn, Hans Theessink, Hans Söllner und Erika Pluhar zusammen. Als ein Musiker, der sich immer schon zu allen Seiten hin offen gezeigt und sich stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen befunden hat, war der Schritt, mit den drei Sängern aus Zimbabwe gemeinsame Sache zu machen, kein allzu weiter.

Das Neue sollte durch das Zusammenführen gänzlich unterschiedlicher musikalischer Ansätze entstehen. Roland Guggenbichler, Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu setzten sich zum Ziel, einen musikalischen Hybriden aus den landestypischen Traditionen zu schaffen, wobei sich die vier Musiker stilistisch keinesfalls einengen lassen wollten. So finden sich in den ungemein facettenreichen Stücken neben weltmusikalischen, folkloristischen und klassischen Einflüssen, genauso solche aus den Bereichen der Popularmusik und des zeitgenössischen Jazz. Ein Mischung wie sie facettenreicher wohl kaum sein kann. Verewigt wurden das faszinierende Klangspektakel 2008 auf der CD „Zulu Music Meets Mozart“.
Es die ungemeine Klangvielfalt, welche das Publikum allerorts zu begeistern weiß. Die musikalische Sprache von MoZuluArt ist eine universelle, eine überall verständliche, eine durch ihre Lebensfreude mitreißende. Kein Wunder also, dass das Quartett inzwischen auf den Bühnen auch außerhalb Österreichs begeistert empfangen wird. MoZuluArt steht für Musik, die auf faszinierende Weise Brücken schlägt, von der Vergangenheit in die Gegenwart, von Afrika nach Europa, von einem Stil zum anderen. Und genau dies macht diese Truppe auch so einzigartig und interessant. (mt)
Foto 1 © Lukas Beck
Foto 2 © Manuel Zettel
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