Harte Rocker mit Weitblick: So kann man das neue Projekt von Porn To Hula auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Die Linzer sind schon seit Jahren tief mit dem Genre Rock und all seinen eher dreckigen Facetten verbunden. Mit „Schweinerock“ betitelt, nimmt ihre Musik einige Metal-Anleihen. Beim neuen Projekt kommt da auch noch ein tibetischer Touch hinzu. Loten Namling, wahrscheinlich besser bekannt als „The Voice Of Tibet“ arbeitete mit den Linzer Musikern an ihrem Album „The Long March“. Der tibetische Exilant mit der charakteristischen Stimme steht für einen friedlichen Kampf um Traditionen.
„The Long March“ fühlt sich nach dem ersten Hören wirklich wie ein langer Ausflug durch eklektizistische Rock-Gebirge und tibetische Muschelhorn-Täler. Geführt wird man von zwei Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein können. Loten Namling hat eine volle, klare Stimme und Phil Sicko gehört eher zur kratzigen, rebellischen Fraktion. Die Songs sind allesamt hart, laut und voller Energie, was ungeübte Ohren ein wenig strapazieren kann.
„La Thopo“ und „Flames Of Truth“ stechen am meisten hervor, denn das epische Feeling der Musik kommt auch durch die Stimmen zur Geltung. „The Peace Treaty“ hat den punkigsten Touch. Loten Namling rappt die sich wiederholenden Zeilen mit viel Power, während er in den „sanfteren“ Passagen seiner Stimme freien Lauf lässt. Obwohl die Lieder wirklich aus soliden Rockelementen bestehen, wünscht man sich noch ein bisschen mehr tibetanischen Einfluss.
Doch mit der Veröffentlichung dieses Albums ist das Projekt noch nicht gegessen. Die Musiker arbeiten gemeinsam an der Fertigstellung einer Dokumentation, die die Entstehungsgeschichte von „The Long March“ erzählt. Dabei soll es aber nicht nur um das Album selbst gehen, sondern um kulturellen Austausch und Diversität durch Musik. Zu diesem Zweck sammeln Porn To Hula und Loten Namling Unterstützung per Crowdfunding, und lassen sich so vom Do-It-Yourself-Spirit leiten.
Anne-Marie Darok