
Wer kennt sie nicht, die großen Pophymnen der 90er Jahre, denen man sich, vorausgesetzt man hat zu dieser Zeit schon gelebt, auch wenn man es gewollt hätte, einfach nicht entziehen konnte. Der Eurodance etwa war quasi omnipräsent, im Radio, im Fernsehen, in den Discos, am Land und in der Stadt, ebenso wie der glattpolierte und zum Mainstream gemachte Hip Hop, der seine letzten Zähne damals für lange Zeit endgültig verloren hat, oder der immerbrave Gitarrenpop der Marke REM. Waren die musikalischen Interessen noch nicht hinreichend entwickelt, hatte man keine Chance, sich dem Dargebotenen zu verwehren. Wie es sich bei dem Tirol Jazzmusiker und Hans Koller Preisträger Christoph Pepe Auer tatsächlich verhalten hat? Wer weiß? Trotzdem hält ihn nichts zurück, sich Klassiker wie „Gangsta’s Paradise“ von Coolio und die Eurodance- Hymne „The Rhythm of the Night“ zur Brust zu nehmen und sie nach seinen Vorstellungen umzumodeln, sprich sie im Jazz aufgehen zu lassen.
Wer bereits die von dem Saxophonisten und Bassklarinettisten gemeinsam mit dem Hang Spieler Manu Delago vorgenommen Neubearbeitungen von Songs wie „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana (hat inzwischen 60.000 Youtube Klicks) oder „Don`t Stop Me Now“ von Queen kennt, der weiß, dass sich Auer seinen eigenen Vorstellungen sehr viel Raum bietet. Er lässt es gemeinsam mit Raphael Preuschl und Herbert Pirker ordentlich grooven und kombiniert die legendären 90er Jahr Hits mit Eigenkompositionen und der souligen Stimme von Lylit. Eine musikalische Mischung, die mehr als nur interessant klingt. (mt)
Foto Christoph Pepe Auer: Julia Wesely