PATIRI PATAU – „Für immer Swoboda”

Nein, Pop muss nicht zwangsläufig immer im angepassten Kleid daherkommen. Er kann durchaus auch einmal aus dem gewohnten Schema fallen, etwas roher erklingen und genau deswegen auch gefallen. Die Wiener Truppe PATIRI PATAU liefert auf ihrem mit „Für immer Swoboda” (Seidenpapier Records) betitelten Debütalbum genau dafür den Beweis.

Albumcover Für immer Swoboda
Albumcover “Für immer Swoboda”

Glattpoliert und musikalisch konform klingt definitiv anders – zu diesem Schluss kann man durchaus kommen, lauscht man dem Debütalbum der Wiener Band PATIRI PATAU. Aber genau in diesem Umstand, dass eben nicht alles perfekt klingt, liegt auch der besondere Reiz der Songs der fünfköpfigen Truppe rund um den Kabarettisten Homajon Sefat. Der Sound, den der Frontmann und seine Mitmusiker Alexander Bartuschka (Gitarre), Andreas Gaubitzer (Gitarre, Gesang), David Mazanek (Bass) und Christian T. Veit (Schlagzeug) auf „Für immer Swoboda“ zu Gehör bringen, hat etwas erfrischend Kantiges an sich, eine leicht verschrobene Note, die einen unverwechselbaren musikalischen Charakter herausbildet, der wirklich zu gefallen weiß.

Lieder über die kleinen und großen Dinge des Lebens

Irgendwo zwischen Rock, Pop, etwas Folk und leicht punkigem Einschlag angesiedelt, entwickeln die Nummern in Kombination mit Homajon Sefats eigenwilligem Gesangstil richtig Stimmung. Und das noch dazu auf eine musikalisch ausgesprochen vielfältige Art. Der Band gelingt es in schöner Manier, wirklich Abwechslung in die ganze Geschichte hineinzubringen. Mal drücken PATIRI PATAU ordentlich aufs Gas und lassen es lauter werden, dann wieder geht es die Band eher gemächlich und ruhiger an, kein Song ähnelt wirklich einem anderen. Auch finden Homajon Sefat – der sich in seinen deutschsprachigen Texten stets mit einem humorvollen Augenzwinkern und poetischer Note mit den großen und kleinen Dingen des Lebens auseinandersetzt – und seine Mitmusiker, die perfekte Balance zwischen einem melancholischen Ton und einer doch leichtfüßigen Art, was den Songs zusätzliche spannende Facetten verleiht.

„Für immer Swoboda“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, das im musikalischen Sinne auf angenehme Weise aus der Reihe tanzt. Die Songs zünden, auch weil es PATIRI PATAU mit ihrer Eigenwilligkeit und unkonventionellen Herangehensweise verstehen, den Funken überspringen zu lassen. Ein wirklich überzeigendes Debüt.

Michael Ternai

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