Seit nun inzwischen zehn Jahren bereichert das vom umtriebigen Mario Rossori gegründete und mit Erfolg betriebene Label Pate Records mit seinen spannenden Bands die heimische Musikszene. Man denke nur an KünstlerInnen und Formationen wie James Cottriall, Eva K. Anderson, 3 Feet Smaller, Milk+, Dave’s Nightmare oder Curbs. Ein ganz heißes Eisen aus dem Hause Rate Records ist auch das Duo My Name Is Music, das im vergangenen März mit dem Zweitlingswerk „We are Terrorists“ nicht nur hierzulande viel Staub aufwirbeln konnte. Dass die beiden Köpfe der Band, Phoebe Hall und Niki Altmann, auch live eine Macht sind, beweisen sie im Rahmen der Zehn-Jahres-Jubiläums-Labelnight von Pate Records am 16. Oktober im Wiener Radiokulturhaus. Eröffnet wird der Abend britischen Singer/Songwriter Sodi Cookey.
My Name is Music zählen ohne Zweifel zu jenen heimischen Bands, den man den Sprung nach oben wirklich zutraut. Nicht nur, dass das exzentrische Duo mit seinem Erstlingswerk auch international auf sich aufmerksam machen konnte, es wurde auch in der legendären John Peel Radio Session als die nächste große Sensation aus Österreich angekündigt. Eine Erwähnung, die quasi einem Ritterschlag gleich kommt. Mit „We are Terrorists“ folgte vergangenen März der zweite fulminante Streich dieses außergewöhnlichen Zweiergespanns. Einmal mehr zeigten sich die Kritiker und Fans einhellig begeistert.
Was Phoebe Hall und Niki Altmann alleine mit Schlagzeug, Bass und Gitarre auf den Weg bringen, ist eine ungemein erfrischend roh aus den Boxen schallende Version von Rockmusik in der Tradition von Bands wie den White Stripes, Ting Tings, The Kills und Blood Red Shoes. Nach dem Motto „Weniger ist oft mehr“ verzichtet das Duo auf ausufernde Spielereien und technische Finessen. Vielmehr atmen die Songs Geist des Punks, der besonders auch durch die gesangliche Performance von Frontfrau Phoebe Hall, die sich so richtig lässig und frech zeigt, zum Ausdruck gebracht wird.
Obwohl die stilistischen Ingredienzen der Songs durchwegs gleich bleiben, präsentiert sich die Wiener Combo musikalisch dennoch überaus facetten- und abwechslungsreich. Richtige Kracher stehen ebenso auf dem Programm wie sofort in den Ohren hängenbleibende Mitsing-Popperlen. Besonders beeindruckend ist aber, mit welcher Leichtigkeit My Name Is Music den schwierigen Spagat zwischen Anspruch auf der einen und Radiotauglichkeit auf der anderen Seite zu meistern in der Lage sind. Phoebe Hall und Niki Altmann haben ganz offensichtlich ihre Lektion in Sachen Indierock vorbildlich gelernt. Sie machen Musik, die einfach Spaß und Lust auf mehr macht. (mt)
Foto My Name Is Music: mariusart 2011