
Weniger ist oft mehr, so in etwa dürfte wohl das musikalische Motto des 1971 geborenen Liedermachers lauten. Zumindest erwecken die Songs von Daniel Pabst, der ja ursprünglich eigentlich aus dem Jazz kommt, den Eindruck, dass er in weiter Distanz zu aller klischeebehafteten Oberflächlichkeit und Banalität ganz bewusst zurückhaltend und ganz unaufgeregt an die Sache herangeht. Die Instrumentierung, wie auch die Arrangements zeugen von einer Spärlichkeit, die im Kontext des Pop sonst eher selten anzutreffen ist. Es sind oftmals alleine sein variantenreiches und vielschichtiges Gitarrenspiel, seine zerbrechlich wirkende Stimme, sowie vereinzelte elektronische Spielerein und ein dezentes Schlagzeugspiel, die den Ton angeben und die berührende und melancholisch-verträumte Stimmung erzeugen. Dem 42-jährigen Singer-Songwriter gelingt es, dem Pop eine Art kunstvollen Anstrich zu verpassen, ohne dabei aber selbst, und in diesem Punkt liegt einer seiner großen Stärken, irgendwie angestrengt gekünstelt zu wirken.
Daniel Pabst hat seine eigene unverkennbare musikalische Form gefunden, sich über das Lied auszudrücken, eine, die Tiefgang und Klasse besitzt und je öfter man sie sich zu Gemüte führt, mehr und mehr an Anziehungskraft gewinnt. Und genau dieser Aspekt macht letztlich den entscheidenden Unterschied zu vielen anderen uninspirierten schablonenhaften Popversuchen aus.(mt)
Foto Daniel Pabst: Christian Schienerl
Daniel Pabst