Outreach Festival 2010

Inzwischen eine Art musikalische Institution und beliebte Anlaufstelle für Jazzer aus den In- und Ausland ist das mehrtägige Outreach-Festival in Schwaz in Tirol. Die inzwischen 18. Auflage präsentiert den BesucherInnen einmal mehr ein hochkarätig besetztes Musikprogramm, das an großen Namen der Szene nicht gerade arm ist.  Vom 29. Juli bis zum 1. August unter anderem zu sehen sind MoZuluArt, Georg Breinschmid und Thomas Gansch.

Outreach  ist mehr als nur ein “klassisches” Jazzfestival. Was dieses Festival so einzigartig und damit auch so spannend macht, ist die Tatsache, dass die Veranstalter den Ensembles und MusikerInnen keinerlei Vorgaben geben. Sie sind einfach dazu aufgerufen, auf die Bühne zu steigen und loszuspielen. Schon seit Jahren hält man an diesem etwas anderen Konzept fest. Gemessen an den hohen Besucherzahlen wird dieses vom Publikum auch dankbar angenommen, bietet die Veranstaltung doch eine echte Alternative zu anderen Festivals.

Rund 3000 Musikfreunde besuchen jährlich das vom in New York lebenden und arbeitenden Tiroler Trompeter und Produzenten Franz Hackl geleitete, kleine aber feine Festival. Bei Outreach wird kein bestehendes Repertoire übernommen, vielmehr werden eigene Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt. Frei vom Druck großer Festivals nutzen die Protagonisten die Ruhe des Ortes, die hervorragenden Arbeitsmöglichkeiten und die großen musikalischen Freiräume.

Die diesjährige Veranstaltung läuft unter dem Motto “Blue Notes & Red Wine“. Und wie sich aus dem Titel bereits herauslesen lässt, legt man diesmal das Hauptaugenmerk Urform des Jazz, den Blues. Im Unterschied zu anderen Musikformen basiert der Blues nicht auf der Durtonleiter, sondern in seiner Urform auf der kleinen Terz (Mollterz), dem kleinen Septim und der  verminderten Quint. Diese drei Töne, die man auch als  „Blue Notes“ bezeichnet, bilden die tonale Handschrift des Blues.

Aus dem Blues hat sich in weiterer Folge der Jazz entwickelt, welcher, vom Mutterland USA aus, die ganze Welt eroberte. Noch heute ist die innovative Kraft innerhalb des Jazz eine immens große, was zum Teil auch an der extremen Offenheit der KünstlerInnen anderen Musikstilen gegenüber liegt. Von einem einheitlichen Jazzbegriff kann man heutzutage kaum mehr sprechen. Innerhalb des Musikstils haben sich unterschiedlichste Richtungen herausgebildet, die sich selbst in einem Weiterentwicklungsprozess befinden.

Und genau diesen versuchen die Veranstalter des abzubilden. Es soll den BesucherInnen die Gelegenheit gegeben werden, sich mit den neuen, unterschiedlichen Strömungen und Ausformungen des Jazz vertraut zu machen.  Den MusikerInnen selbst soll eine Plattform geschaffen werden, auf der ein gegenseitig befruchtender musikalischer Dialog stattfinden kann.

An Vielfalt ist das diesjährige Programm auf jeden Fall kaum zu überbieten. Zu sehen sind spannende musikalische Darbietungen von unter anderem dem AMC Trio & Ulf Wakenius gemeinsam mit John Clark,  dem Trompeter Bastian Stein samt Ensemble, dem Duo Wolfgang Reisinger und Dave Taylor, Georg Breinschmid und Thomas Gansch, Mino Cinelu, Iiro Rantala sowie MoZuluArt feat. Ambassade String Quartet.

Für all jene, die dem Festival nicht beiwohnen können, sei gesagt, dass der ORF und der WDR die Jazznacht am 30.Juli live übertragen wird. (mt)

http://www.outreach.at