
Eine exakte Voraussage darüber zu treffen, in welche Richtung es musikalisch im Rahmen dieses Konzertabends gehen wird, ist eigentlich kaum möglich. Passieren kann alles, wenn der Akkordeonist Lechner und der Saxophonist Nagl, die schon auch in anderen Formationen gemeinsame Sache gemacht haben, auf der Bühne in Aktion treten. Es handelt sich hier um zwei Musiker, die in nahezu allen Feldern und Kontexten in höchstem Maße zu überzeugen wissen, die von irgendwelchen Grenzziehungen zwischen den einzelnen Spielformen noch nie wirklich viel gehalten haben und mit größter Offenheit zu Werke gehen. Daher ist das musikalische Ergebnis dieses Aufeinandertreffens auch in keinster Weise irgendeiner Kategorie zuordenbar.
Otto Lechner, der zu den großen und meistgeschätzten Virtuosen am Akkordeon weltweit zählt, und Max Nagl, der zuletzt mit der CD “Irresberg” und der Kinderoper “Camilo Chamäleon”, welche im Februar 2011 uraufgeführt wurde, einmal mehr sein weites musikalisches Spektrum unter Beweis stellen konnte, lieben es zu experimentieren, neue Wege zu beschreiten und herkömmlichen Begrifflichkeiten zu überwinden. Wiewohl sie auch mit dem Traditionellen bestens umzugehen wissen. Egal, ob nun im Jazz , im weltmusikalischen oder improvisatorischen Umfeld, der Antrieb ist stets sich von den bereits tausend Mal gespielten und gehörten Formaten zu lösen, um sich frei zu machen für etwas Neues.
Otto Lechner und Max Nagl spielen einfach Musik, die alle Schattierungen und Facetten aufweisen kann, die einfach mitreißt, unterhält und anregen soll, die keiner großen Erklärung bedarf, sondern einfach nur einlädt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Was aus diesem Aufeinandertreffen auf alle Fälle erwächst, ist ein Klangerlebnis, welches fasziniert, fesselt und lange nachwirkt. Und genau aus diesem Grund, sind Konzerte dieses Duos auch mehr als nur empfehlenswert. (mt)