
Lange bevor hierzulande die Singer/Songwriter-Welle die Musikfans erfasste und Alternative-Bands international Erfolge feiern konnten, lag es einer Handvoll Musiker vorbehalten, den alternativen Rock in Österreich am Leben hielten. Einer dieser Idealisten in Sachen Indie-Rock aus Österreich ist Oliver Welter, Gründer, Sänger und Gitarrist der Kärntner Band Naked Lunch. Seit Anfang der 90er Jahre unterwegs prägen der Songwriter und seine Mitstreiter bis heute noch die heimische Musikszene.
Alben wie etwa das Debüt „Balsam” oder “This Atom Heart of Ours” haben bis heute nichts an ihrem Charme verloren und zählen nach wie vor zu den Klassikern der österreichischen Rockgeschichte. Zuletzt großes Aufsehen erregen konnten Naked Lunch mit ihrem musikalischen Beitrag für das von Regisseur Bernd Liepold-Mosser inszenierte und auf Franz Kafkas Romanfragment “Amerika” basierende gleichnamige Theaterstück (u.a. Mit Robert Stadlober in der Hauptrolle), welches 2001 mit dem Nestroypreis ausgezeichnet wurde.
Hat Oliver Welter einmal weniger mit seiner Hauptband zu tun, nutzt er die Zeit, sich alleine mit einem Gitarrenkoffer in der Hand auf Solo-Pfade zu begeben. Im Rahmen seiner Konzerte versucht der Kärntner, die Songs seiner Hauptband in ein neues Gewand zu hüllen. Ohne großen Firlefanz und in stark reduzierter Form bringt der Songwriter die Essenz der Lieder zum Erklingen. Durch Welters` Neuinterpretation entfaltet die Musik eine zusätzliche emotionale Intensität sowie eine von den Originalen nicht gewohnte Nachdenklichkeit, die aber zu keinem Zeitpunkt ins Klischeehafte abrutscht.
Wer die Klassiker von Naked Lunch einmal in einem klanglichen Gewand erleben will, sollte sich das Konzert in Klagenfurt auf keinen Fall entgehen lassen.(mt)