
„Weniger ist oft mehr“, so etwa könnte das Motto von des Wiener Boy/Girl-Duos lauten. Eine Gitarre, ein Orgel und simple, treibende Beats aus dem Drumcomputer reichen Ana Threat und Al Bird Dirt aus, um ihre ganz eigene erfrischende Version von Rockmusik zu verwirklichen. Und diese schallt so richtig schön roh und energetisch aus den Boxen, als wäre sie direkt in einer Garage entstanden. Gäbe es für den Coolheitsfaktor von Songs eine Wertung, The Happy Kids würden mit Sicherheit die Höchstnote erhalten.
Das Zweiergespann zieht ohne nach links oder rechts zu blicken, ihr ureigenes Ding durch und wirkt dabei zu keinem Moment irgendwie gekünstelt. Auf allzu große Spielerein oder klischeebeladene Gesten verzichtet The Happy Kids vollkommen. Vielmehr atmen die Songs höchst den Geist des Punks. Was hier auf wunderbare Weise zelebriert wird, ist spannender Indierock im Elektropop-Gewand der etwas rebellischeren Schule. Obwohl die stilistischen Ingredienzen der Songs durchwegs gleich bleiben, präsentiert sich das Duo dann dennoch überaus facetten- und abwechslungsreich.
Ihre Lektion in Sachen gitarrenorientierten Elektropunk haben Ana Threat und Al Bird Dirt offenbar vorbildlich gelernt. Mit „The Happy Kids – Play their own songs!“ ist es dem Boy/Girl-Duo gelungen, eine ganz ungemein erfrischende Version von elektronischer Popmusik zu konzipieren, welche genug Ecken und Kanten vorweist und so richtig abrockt. Bleibt zu hoffen, dass man von dieser Combo auch in Zukunft noch einiges zu hören bekommt. (mt)