Özgür Youssuf – ein Rapper mit einer Message

Ein gutes Beispiel dafür, wie kreativ hochklassig und inhaltlich wertvoll man heutzutage im HipHop immer noch agieren kann, liefert Özgür Youssuf  ab. Es muss in den Texten ja nicht immer um Sex, Geld und fette Autos gehen. Was ja auch ganz lustig sein kann, aber hier gibt es eine Message, eine tiefergehende Bedeutung. Der seit einigen Jahren in Wien lebende und aus Afghanistan stammende Rapper hat etwas zu sagen. Er will aufwecken, die Sinne schärfen und das vorurteilsbehaftete Bild, welches die Leute hierzulande den Menschen seines Heimatlandes entgegenbringen, revidieren und auf die Missstände in seinem Heimatland aufmerksam machen.

Es muss für Özgür Youssuf wohl vorgekommen sein, als würde er auf einem anderen Planeten landen, als er einst vor wenigen Jahren in Österreich angekommen ist. In seinem Geburtsland Afghanistan als Angehörigen der usbekischen Minderheit waren ihm und seiner Familie viele Rechte, die in unseren Graden als selbstverständlich erachtet werden, verwehrt geblieben. Obwohl hervorragend ausgebildet (er studierte an der Universität Balkh Rechtwissenschaften) und fünf Sprachen fließend sprechend (Arabisch, Russisch, Englisch, Farsi /Dari, Urdu, Pashtu), blieben ihm als Teil der ausgegrenzten Volksgruppe kaum Chancen, zu einem, seinen Fähigkeiten entsprechenden Job zu gelangen. Was in einem krisengeschüttelten und kriegsgebeutelten Land wie Afghanistan, auch für die Vertreter der Mehrheitsbevölkerung ohnehin auch schon schwer genug ist.

Dennoch, trotz aller Missstände, trotz all den vielen Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, die ihm in seinem noch jungen Leben widerfahren sind, hat Özgür Youssuf sich seine Liebe zu seinem Heimatland bis heute bewahrt. Sich selber als „Kämpfer“ für die gute Sache und die friedliche Verständigung zwischen den einzelnen Volksgruppen, sehend, hat er in Wien den Rapp für sich als die perfekte künstlerische Ausdrucksform entdeckt. Seit Jahren nun schon höchst sich aktiv in der Szene bewegend, ist es Özgür Youssuf vor allem ein Anliegen, die Leute auf die schwierigen Verhältnisse in Afghanistan aufmerksam zu machen. Auch will er den vielen ungerechtfertigten und nicht hinterfragten Vorurteilen, welche man in der westlichen Hemisphäre den Menschen des zentralasiatischen Landes entgegenbringt, offensiv entgegentreten. „Afghane sein, ist nicht gleich Terrorist oder Taliban. Wir sind mehr und wir können mehr“, so der im Jahre 1986 geborene Rapper.

Bislang in Erscheinung getreten ist Özgür Youssuf mit zwei selbst produzierten Alben „Nasibe mor“ (2006) und „Fuck The Police“ (2009). Auch ist er recht fleißig auf den Bühnen von hier bis nach Afghanistan unterwegs, um seine Message an die Leute zu bringen. Rapp bedeutet für den 26 Jährigen jene Freiheit, das sagen zu können, was man will und für richtig befindet. Und das tut Özgür Youssuf heute mit allem Nachdruck. (mt)

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