Nikolaus Dolp – „Dread, Delight and Yowzah“

Mit „Dread, Delight and Yowzah“ (Unit Records) legt der aus Innsbruck stammende Schlagzeuger und Komponist Nikolaus Dolp sein erstes Album unter eigenem Namen vor – und macht dabei ziemlich schnell klar, dass er sich musikalisch nicht auf ein bestimmtes Terrain festlegen will. Bekannt als Drummer von Shake Stew und aus weiteren Formationen, versammelt er hier ein hochkarätig besetztes Ensemble um sich, das ihm reichlich Raum für eine sehr eigene Klangsprache lässt.

Dolps Musik speist sich aus unterschiedlichen Quellen: Jazz, Funk und Fusion der 1970er-Jahre sind ebenso präsent wie kammermusikalische Momente, elektronische Klangexperimente und filmmusikalisch anmutende Passagen. Entscheidend ist allerdings, dass diese Elemente nicht wie einzelne Bausteine nebeneinanderstehen. Dolp führt sie zu einem erstaunlich geschlossenen Sound zusammen, der trotz seiner stilistischen Offenheit eine klare Handschrift erkennen lässt. Auch ein leichter Retro-Touch zieht sich durch das Album, ohne dessen Gegenwartsbezug zu überdecken.

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Dabei ist es vor allem die Dramaturgie, die „Dread, Delight and Yowzah“ interessant macht. Dolp gibt den Stücken Zeit, sich zu entwickeln, lässt große Bögen entstehen und setzt ihnen intime, teilweise fast schwebende Passagen entgegen. Dann wieder kippt die Musik in Unruhe, wird dichter und chaotischer, bevor ein lässiger Groove die Spannung auflöst und beinahe beiläufig Tanzbarkeit ins Spiel bringt. Selbst dort, wo die Arrangements komplex und klanglich vielschichtig werden, wirkt nichts überladen. Die Musik bleibt offen, atmend und zugänglich.

Das Schlagzeug ist dabei keineswegs bloß rhythmisches Fundament. Dolp gestaltet aus dem Zusammenspiel von Rhythmus, Dynamik und Klangfarbe heraus ganze Räume, in denen sich die übrigen Instrumente frei bewegen können. Besonders gelungen ist das Verhältnis von präzise gesetzten Strukturen und improvisatorischer Offenheit. Als Gast bringt zudem Jazzlegende Billy Cobham seine eigene musikalische Erfahrung in das Projekt ein.

Thematisch kreist das Album um drei Zustände: Angst vor dem Kommenden, Freude am Augenblick und das Staunen über das Unvorhersehbare. Viel wichtiger als die programmatische Idee ist jedoch, wie überzeugend Dolp sie musikalisch übersetzt. „Dread, Delight and Yowzah“ ist ein ambitioniertes, klanglich weit ausgreifendes Album, das sich nicht in seiner eigenen Größe verliert. Je länger man zuhört, desto mehr Details treten hervor. Ein bemerkenswert eigenständiges Debüt, das immer wieder neue Wege einschlägt.

Michael Ternai

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Nikolaus Dolp –Dread, Delight and Yowzah“

Lineup:
Nikolaus Dolp – drums, percussion, keyboards, synthbass, vocals
Richard Koch – trumpet
Stephanie Weninger – grand piano, nord synth, moog synthbass
Raphael Preuschl – electric bass

Featuring:
Billy Cobham – drums
Hari Baumgartner – vocals
Christina Kerschner – vocals
Elsa Steixner – vocals
Pablo Herrasti-Fajardo – keys, vocals

DDY Strings:
Sophia Goidinger-Koch – violin
Jacobo Hernández Enríquez – violin
Lena Fankhauser – viola
Maiken Beer – cello
Sara Kowal – harp

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Links:

Nikolaus Dolp
Unit Records