
Nataša Mirkovic-De Ro und Nenad Vasilic sind in der heimischen Musikszene schon lange keine Unbekannten mehr. Die in ihren musikalischen Ausrichtungen ungemein offen agierenden KünstlerInnen haben schon zu unzähligen Anlässen unter Beweis stellen können, dass sie sich in den unterschiedlichsten Richtungen ungemein wohl fühlen. Sei es nun im Jazz, in der Weltmusik, in der zeitgenössischen Musik oder wie es bei Nataša Mirkovic-De Ro auch der Fall ist, in der Klassik. Es handelt sich hier ohne Zweifel um zwei MusikerInnen, die auf der Suche nach dem Neuen und Ungewöhnlichen schon gerne einmal über den eigenen Tellerrand hinausblicken, um fündig zu werden.
Und genau das tun die Beiden auch im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes “SOUL MOTION”. Es ist eine spannende Reise zurück in die Vergangenheit, die sie in Angriff nehmen, eine Suche nach den verborgenen musikalischen Schätzen des ehemaligen Jugoslawiens. Als hierzulande in den siebziger Jahren vor allem der Austropop regierte, war es am Balkan der so genannte „Jugo-Rock“ der aus den Radios tönte. Es waren über die Grenzen hinweg bekannten Musiker wie Goran Bregovic, Zdravko Colic und Branimir Stulic, welche den energiegeladenen Sound bis zur Perfektion zelebrierten, die Stadien bis zum letzten Platz füllten und die Massen begeisterten. Darüber hinaus gelang ihnen etwas, woran das damalige politische System scheiterte, nämlich ein Identitätsgefühl über alle Nationalitäten hinweg zu schaffen.
Auch Nataša Mirkovic-De Ro und Nenad Vasilic waren vom Fieber jener Zeit infiziert, besuchten die Konzerte, um dieses besondere Gefühl in sich aufzusaugen. Die im Rahmen des anstehenden Konzertes dargebrachten Lieder seien eine Art „Soundtrack aus einer vergangenen Zeit“, so die beiden MusikerInnen. Mit ihrer sehr reduzierten gehaltenen Umsetzung, alleine ein Bass erklingt zur Stimme der Sängerin, will das Duo auch „neue Aspekte dieser Musik zum Vorschein bringen“. Das Programm reicht von wunderschönen Liebesliedern über politische Songs bis hin zu den Gassenhauern dieser Zeit. Eine in der Tat spannende musikalische Reise in die Vergangenheit. (mt)
Foto: Lukas Beck
Nenad Vasilic