Namby-Pamby Boy unterwegs in Österreich

Bei Namby-Pamby Boy handelt es sich um eine junge Band aus Salzburg, die es ganz vortrefflich versteht, auf keinem stilistischen Stuhl so richtig zu sitzen. Vielmehr geht es den drei hierzulande gar nicht mehr so unbekannten Musikern Fabian Rucker (Saxophon), Andreas Lettner (Schlagzeug) und Philipp Nykrin (Fender Rhodes) darum, gemeinsam eine eigene und unverkennbare Klangsprache zu entwickeln, eine, die sowohl Jazz wie auch Groove ist, Elektronik genauso wie HipHop beinhaltet, und mit experimentellen Anleihen genauso umgeht wie mit solchen des Rock. Eine ungemein facettenreiche, wie auch explosive Mischung also, die auf erfrischende Art jeglichen Kategorisierungsversuchen schon im Vorhinein einen Riegel vorschiebt. In den kommenden Wochen begibt sich das famose Trio auf eine ausgedehnte Konzertreise durch Österreich deren erste Station am 26. April das ZWE in Wien ist.

2003 fanden sich die drei Musiker mit dem Ziel zusammen, den Sound des klassischen Trioformats Saxophon, Bass und Schlagzeug einer gänzlich neuen Definition und klanglichen Auslegung zuzuführen. Schon beim vorangegangenen Projekt [midshi] wandelte das Trio auf einem Pfad, der sie von der ursprünglichen Interpretation des Musikstils hin zu einer sehr elektronisch angehauchten und  avantgardistischen Version des Jazz führte. Ähnlich verhält es sich auch bei Namby-Pamby Boy, mit dem Unterschied, dass Rucker, Lettner und Nykrin in diesem Fall die Inspiration nicht mehr nur aus der Elektronik beziehen, sondern ihren stilistischen Bogen um Elemente aus den Bereichen des Rock und Hip Hop erweitern.

Was sie entstehen lassen, sind in einem unglaublich coolen Gesamtsound eingebettete Stücke, die so abseits der bereits tausend Mal gehörten Formate angesiedelt sind, dass es eine wahre Freude ist. Namby-Pamby Boy jonglieren mit einer Leichtfüßigkeit mit den unterschiedlichen Versatzstücken, wie man es nur selten zu Gehör bekommt. Sich von allen traditionellen Begrifflichkeiten lösend, wandeln die drei hochtalentierten und Preis gekrönten Nachwuchsinstrumentalisten auch einem Pfad, der sie durch die verschiedensten Genres weit weg vom klassischen Jazzentwurf führt. Die Musik des Trios ist eine universellen Charakters und lädt auch Liebhaber anderer Musikformen, nicht nur jener des Jazz, dazu ein, sich mit ihr intensiv auseinanderzusetzen.

Fabian Rucker, Andreas Lettner und Philipp Nykrin liefern mit Namby-Pamby Boy höchst eindrucksvoll den Beweis, wie innovativ, kunstvoll und erfrischend man den Jazz auch noch heute interpretieren kann, löst man sich einmal von allen alteingesessenen und traditionellen Positionen. Auf jeden Fall will man mehr von dieser außergewöhnlichen Band hören. (mt)

Termine:
26.04. ZWE, Wien
27.04. Jazzit, Salzburg
29.04. Eremitage, Schwaz/Tirol
03.05. Jazzcafe Bird, Wien
07.05. Raj, Klagenfurt
09.05. Porgy & Bess, Wien
12.05. Strom, Linz

Foto: Severin Koller

http://www.nambypambyboy.com