MOSSADEQ – „Hospital“

Ein Album dunkles und emotional dichtes Album, das aus dem Rahmen fällt – der Grazer Musiker CLEMENS PECHER vertont mit seinem Projekt MOSSADEQ auf dem Album „Hospital“ (Grazil Records) in düsteren Klangbildern den Aufenthalt in einem Krankenhaus.

Es ist ein Album, das irgendwie zur Zeit passt und die Stimmungslage vieler gut einfängt. Die Pandemie hat etwas mit den Leuten gemacht, sie hat sie verängstigt, vereinsamt und so nicht selten in Depressionen gestürzt. Clemens Pecher, dem Kopf hinter Mossadeq, ist es nicht viel anders gegangen. Auch er hatte in den vergangenen Monaten zu kämpfen, doch anstatt sich resignierend zurückzuziehen, hat er den Frust in kreative Energie umgewandelt, in eine zugegeben eher düstere und alles andere als bunt schimmernde, aber dennoch sehr ergreifende. Der in Graz lebende Musiker durchlebt in seinen Songs Geschichten aus dem Krankenhaus, in all ihren emotionalen Facetten, zutiefst dunkel und verzweifelt, aber auch leicht hoffnungsschimmernd.

Ein abwechslungsreicher dunkler Sound

Musikalisch lässt sich das von Clemens Pecher Dargebotene als eine recht eigenwillige Mischung aus Type O Negative, Melvins und – leicht wahrnehmbar – Pink Floyd beschreiben. Hinzu treten gelegentlich Elemente aus dem Pop, Noise und Industrial, wodurch sich ein von tieftönenden verzerrten Gitarren und heftigen Drums getragener Sound bildet, der zwar sehr schwer wirkt, gleichzeitig aber – auch weil experimentellen Anflügen genügend Raum geboten wird – wirklich ein hohes Maß an Abwechslung bietet.

„Hospital“ ist jetzt nicht wirklich ein Album, das sich schnell erschließt. Mehr als es sofort gefällt und sich in den Gehörgängen einnistet, verstört es zunächst. Doch je mehr man sich in das Geschehen fallen und es wirken lässt, desto mehr entwickelt es sich auch zu einem Erlebnis, das einen packt. Auf jeden Fall ist es für alle zu empfehlen, die sich gerne tief in Musik eingraben und sich mit dieser auseinandersetzen.

Michael Ternai

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Links:
Mossadeq (bandcamp)
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