MLE[e] haben sich den Indierock in Reinkultur auf die Fahnen geschrieben. Nicht, dass das andere Bands vor ihnen nicht auch schon getan hätten, die vierköpfige Wiener Truppe versteht es aber, diesen entgegen anderen ähnlichen Entwürfen doch sehr eigenständig und in authentischer Form zu interpretieren. Das im September erschienene zweite Album “11 Buildings” (Musterhaus Records) zeigt sich als ein musikalisch sehr gelungenes und wirklich abwechslungsreiches. Die Songs haben alle Qualität, gehen schnell ins Ohr und zeigen sich erfreulicherweise weit fernab jeglichen Mainstreamsounds angesiedelt. Genau so soll eben moderner Indierock klingen.
Es ist vom ersten Ton an hörbar, dass hier eine Combo am Werken ist, die in Sachen Rock ihre Lektionen gelernt hat und die handgemachte Gitarrenmusik mit genug Ecken und Kanten wirklich überzeugend und mit viel Energie umzusetzen weiß. Klaus Kochberger (Gitarre, Gesang), Thomas Hofer (Bass), Robert Walther (Gitarre) und Andy Kallenda (Schlagzeug) verstehen es, mit ihren Instrumenten umzugehen und haben auch das Gespür dafür, ihre vielen Ideen und Melodien in vielschichtige und auch sehr dynamische Arrangements zu übersetzen. Wiewohl beim Durchhören der elf druckvoll produzierten Stücke oftmals Namen solcher internationaler Ikonen wie Placebo (vor allem deswegen, weil Frontmann Klaus Kochberger in machen Momenten wirklich als der gesangliche Zwillingsbruder von Brian Molko durchgeht), Interpol oder A Perfect Circle im Raum herumschwirren, bewahren die vier Wiener erfreulicherweise dann doch die notwendige musikalische Distanz zu den Genannten.

MLE[e] zeigen mit ihrem Album „11 Buildings“, dass es auch ohne die sonst so übliche Anbiederung an irgendwelche aktuellen Trends oder Strömungen geht, dass wirklich guter, authentischer und alternativ angehauchter Indierock dann entsteht, wenn man sich als Band durch nichts beirren lässt und schlicht und einfach, mit aller Konsequenz das eigene Ding durchzieht. (mt)