Cover Inserat

MIZGEBONEZ – „Inserat“

Nach diversen Singles veröffentlichte die Newcomerband MIZGEBONEZ vergangenen Herbst mit „Inserat“ ihr erstes Studioalbum.

Mizgebonez, bestehend aus Sir Mikey Gl8z, Weiza, Cherrellone, Dreista und Shab, kommen – angeblich – aus Gröpz, einer winzigen Gemeinde in den Alpen zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz, die aus fünf Bauernhöfen besteht. Die fünf Rapper schlossen sich 2010 zusammen und waren mit ihrer Single „Fitness Training“ bereits Anwärter für den Eurovision Song Contest 2015. Ihren Sound bezeichnet die Band auf ihrer Facebook-Seite als „urban“.

Rap + Pop + Comedy = Mizgebonez

Das Quintett wird in der Presse gerne als österreichische Version von Deichkind bezeichnet, wobei es eindeutig mehr ist: Die Sounds sind poppig und eine der Stimmen gehört einer Frau, was die Lieder, obwohl meist gerappt wird, noch poppiger macht. Die fünf Stimmen beherrschen das Rappen genauso wie das Singen. Die Texte sind durchgehend witzig und originell – so wird in „Strom“ Heidi Klums Klassiker „Ich hab heute leider kein Foto für dich“ zitiert und auch direkt mit der „Fashion-Polizei“ in Verbindung gebracht. Generell ist Fashion – und vor allem die Fashion-Polizei – ein Thema der Liedtexte. Der Hit des Albums ist allerdings „Fitness Training“, ein Track, der irgendwie zum Trainieren motiviert: Die Drums rufen „Gangnam Style“ von Psy ins Gedächtnis und der Song erinnert wirklich ein wenig an die deutsche Band Deichkind. Nicht umsonst hat das Lied so viel Aufmerksamkeit erregt – es ist einfach gut.

Mizgebonez bauen in ihre Texte auch gerne Problemchen des Alltags oder eher „First World Problems“ ein, wie beispielsweise die unbändige Wut, wenn der Laptop zu lange lädt („Es lädt“). Ebenso wie die schwierige Beziehung zur Schwiegermutter („Schwiegermutter“) wird auch das mit Humor vertont. Es gibt unter all den Push-Liedern auch ein langsames Lied, und zwar ganz zum Schluss des Albums: „Inserat“. Softer Synth mit einem typischen Pop-Kick und einem atmosphärischen Hall auf den Stimmen schafft eine fast mystische Stimmung. Bemerkenswert am ganzen Album ist, dass es sozusagen viersprachig – Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch – ist, wobei der Großteil auf Deutsch ist. Diese sprachliche Vielfalt ist durchaus interessant und macht die Texte ungemein spannend.

„Inserat“ ist ein fetziges Rap-Pop-Album mit einem großen Potenzial. Man darf sich auf weitere Alben freuen!

Antonia Seierl

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