MIKK – „Reverberations“

Mit „Reverberations“ (THOKO Records; VÖ: 30.1.) präsentiert MIKK eine EP, die eingängige Popstrukturen mit inhaltlicher Tiefe verbindet. Die Songs sind melodisch klar konturiert und zugleich thematisch vielschichtig – ein Spannungsfeld, das sich durch das gesamte Werk zieht. Ohrwurmqualität und Reflexion stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern bedingen einander.

MIKKs Songs wirken wie fein gezeichnete Skizzen innerer Zustände. Ihr Schreiben gleicht weniger einem Statement als einem Prozess – tastend, beobachtend, ehrlich. Stilistisch bewegt sie sich dabei souverän zwischen Folktronica, Indie-Pop und Rock, mit einem feinen Echo der britischen Singer-Songwriter-Tradition, das wohl aus jenen Jahren stammt, die sie fernab des ländlichen Österreichs in Großbritannien verbracht hat. Heute in Wien verankert, klingt ihre Musik geerdet und zugleich offen, persönlich und doch universell.

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Im Zentrum von „Reverberations“ steht das Loslassen – nicht als pathetischer Akt, sondern als vielschichtiger Zustand. Die Songs durchmessen die Nachwirkungen einer intensiven Beziehung: Wut und Verletzlichkeit, Einsamkeit und Selbstermächtigung stehen gleichberechtigt nebeneinander. MIKK gelingt es, diese Spannungen nicht aufzulösen, sondern hörbar zu machen. Gerade darin liegt die Stärke der EP: Sie erlaubt Widersprüche und findet darin ihre eigene Sprache.

Klanglich zeigt sich das Werk erstaunlich facettenreich. Zarte, intime Momente stehen neben klaren, kraftvollen Passagen, manches wirkt beinahe tanzbar, anderes zieht sich bewusst zurück. Der Ton bleibt dabei charmant und leichtfüßig, melancholisch angehaucht und doch hoffnungsvoll. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte, eingebettet in ein stimmungsvolles Gesamtbild, das von einer fein abgestimmten Band getragen wird.

Mit „Reverberations“ spinnt MIKK den Faden ihrer 2023er Debüt-EP „Shadow Selves“ konsequent weiter. Sie hat hörbar ihren eigenen Stil gefunden – eine Handschrift, die berührt, ohne sich aufzudrängen, und Melodien, die im Ohr bleiben, während sie darunter in die Tiefe führen. Ein Sound, der nachklingt.

Michael Ternai

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MIKK live
13.02. Sargfabrik, Wien (A)
28.03. NUN Kulturraum, Karlsruhe (D)
28.04. The Gladstone Arms, London (UK)
13.05. Deichdiele, Hamburg (D)
17.05. Artliners (Poison), Berlin (D)
20.05. Tonfink, Lübeck (D)
22.05. Kaufbar, Baunschweig (D)

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