
Dass Michael Lagger nicht unbedingt ein Jazzmusiker ist, der sich in seinem Tun allzu sehr von stilistischen Definitionen leiten lässt, ist mittlerweile bekannt. Er ist jemand, der musikalisch immer doch auch die anderen Wege sucht, auch jene hin zu anderen Kunstformen. Auf „Mondphasen“ ist es die Dichtkunst des Grazer Schriftstellers Clemens J. Setz (Preis der Leipziger Buchmesse 2011), der er sich anzunähern versucht.
Musikalisch setzt der Pianist und Komponist dabei bewusst auf einen sich in die Tiefe entwickelnden und raumerfüllenden Klang, der stilistisch zwischen verspieltem Jazz der eleganten Spielart und kammermusikalischen Elementen ansiedelt ist. Vielmehr als Lagger und seine beiden Kollegen Lukas Raumberger (Bass) und Philipp Kopmajer (Schlagzeug) sich dazu verleiten lassen, sich in einen instrumentalen Wettstreit zu begeben, üben sie sich in der kunstvollen und lyrischen Verbindung zwischen Text und Musik.
Die kunstvolle Verschmelzung von Text und Musik

Die Melodien, die der Pianist und Komponist den schwarz-weißen Tasten entlockt, sind von einer solch einfühlsamen Art, die einfach nicht unberührt lässt. Besonders die ruhigen und feingliedrigen Passagen, in denen sich die Beteiligten bewusst zurücknehmen und keinen Ton zu viel erklingen lassen, sind die der intensivten Stimmung. Was das Dreiergespann aus der Steiermark entstehen lässt, ist Musik, die Bilder in die Köpfe der Hörerinnen und Hörer pflanzt und auf wunderbare Weise zum Träumen einlädt. Ein wirklich schönes Klangerlebnis.
Michael Ternai
Foto Michael Lagger © Lizz Krobath