Manu Delago Handmade – Bigger Than Home

Wirklich groß vorstellen muss man Manu Delago im Grunde genommen nicht mehr. Als Mitglied der Band der isländischen Popikone Björk inzwischen die ganze Welt bereisend, hat der Hangspieler und Komponist auch mit seinen vielen verschiedenen Projekten international inzwischen viel Staub aufwirbeln können. Mit Manu Delago Handmade, seiner aktuellen Formation, dürfte es sich vermutlich nicht anders verhalten. Der inzwischen London seine Heimatstadt nennende Tiroler zeigt sich wie gewohnt als ein Musiker, dem das Schubladendenken einfach vollkommen fremd zu scheint. Was einzig zählt, ist die Freiheit, sich aus all den zur Verfügung stehenden stilistischen Spielformen den eigenen Sound zusammenbasteln zu können. „Bigger Than Home“ (Sessionwork Records), das Anfang April erschienene Album dieses, seines neuen Projektes, ist ein schönes Beispiel für ein wirklich intensives und vielschichtiges Hörerlebnis, das aufgrund der innovativen Kraft, welche freigesetzt wird, ein hohes Maß an Eigenständigkeit zum Ausdruck bringt.

Blickt man auf die verschiedenen Projekte des gebürtigen Tirolers, wird ersichtlich, dass man es bei ihm mit einem überaus kreativen Musiker zu tun hat, der sich in den verschiedensten Kontexten ganz vortrefflich zu bewegen weiß und für den der ständige Wechsel zwischen den verschiedenen Spielformen scheinbar keine große Mühe zu bereiten scheint. Nicht anders verhält es sich bei seiner Band Manu Delago Handmade, in welcher der umtriebige Hangspieler und Komponist, wie auf dem nun erscheinenden und von Matt Robertson (Björk, the Prodigy) produzierten Album „Bigger than Home“ zu hören ist, den Versuch unternimmt, vielleicht mehr noch als zuvor sich dem Format Song anzunähern.

Mit einer doch deutlicheren Ausrichtung hin zur anspruchsvollen Popmusik entwirft der ursprünglich aus dem Jazz stammende Musiker einen Sound, der im Klang einer sehr warmen und gediegenen Natur, verschiedenste stilistische Elemente in sich vereint. Irgendwo zwischen dezenten elektronischen Spielerein, sanften Hang- und Pianoklängen, von schönsten Melodien getragenen kammermusikalischen Einwürfen und jazzig verspielten Anleihen agierend, bringt Manu Delago dieser Art Songs auf den Weg, die zwar überwiegend in ruhigen und zurückhaltenden Gefilden angesiedelt, im Ergebnis dann doch sehr abwechslungsreich und vielschichtig erklingen.

„Bigger Than Home“ zeigt sich als ein Album, das sich eher auf gefühlvolle und zurückhaltende Art erschließt, das auf leisen Sohlen daherkommt, was auch maßgeblich an dem Zutun seiner MitmusikerInnen Isa Kurz (Piano, Violine, Gesang), Chris Norz (Schlagzeug, Percussion) und Philipp Moll (Bass, Keyboards), sowie an Gastbeiträgen wie von Andreya Triana (Ninja Tune), Stuart McCallum (Cinematic Orchestra) und James Hersey liegt, die die Vorstellungen des Tirolers auf wirklich beeindruckende und kunstvolle Weise umzusetzen wissen. Vielmehr als sich die Bühne für eine virtuose Solo-Performance zu bereiten, rückt Manu Delago in dieser Formation bewusst den Gesamtklang in den Vordergrund, der in diesem trotz seiner hörbaren Verspieltheit im Ganzen wirklich rund und fließend aus den Boxen schallt.

Die von leichter Melancholie getragen und in durchdachte Arrangements verpackte Songs haben ihren ganz eigenen Charme, einen, der auf sehr eindringliche, in die Tiefe gehende und berührende Art wirkt. Ein richtig schönes und durchwegs spannendes Stück Musik. (mt)

Termine:
23.04. Orpheum, Graz (A)
24.04. Raj, Klagenfurt (A)
25.04. Sargfabrik, Vienna (A)** – SOLD OUT!
26.04. ARGE, Salzburg (A)
27.04  Rossstall, Lambach (A)
28.04. Treibhaus, Innsbruck (A)
01.05. Spielboden, Dornbirn (A)