Magic Delphin (c) Sebastian König

MAGIC DELPHIN – „Leben am Mars”

Richtig feiner deutschsprachiger Indie-Pop mit Ohrwurmcharakter und spannender eigener Note. Genau ein solcher steht bei MAGIC DELPHIN – dem Soloprojekt des Salzburger Ausnahmekünstlers BENJAMIN LAGEDER – auf dem Programm. Vor wenigen Wochen auf Mildenburg Records erschienen ist das Debüt „Leben am Mars”.

Ja, dieser Musiker scheint ganz genau zu wissen, wie man aus dem Besten aus verschiedenen Genres und den verschiedenen musikalischen Epochen etwas noch Besseres kreiert. Dass Benjamin Lageder ein Händchen für exzellente Songs hat, weiß man seit seiner Zeit bei The Pond Pirates und einigen Singles, die schon im Radio, unter anderem auf FM4 und der Radiofabrik, gelaufen sind. Mit seinem neuen Projekt Magic Delphin setzt der Salzburger seinen in der Vergangenheit eingeschlagenen musikalischen Weg nun in konsequenter Weise fort. Und das noch dazu auf eine wirklich unerhört feine Art.

Indie-Pop einmal anders

„Leben am Mars“ vereint alles, was ein wirklich klasse Popalbum haben muss. Wunderbar abwechslungsreiches Songwriting, eine Vielzahl starker Melodien, die sich ungehindert in den Gehörgängen einnisten, eine erfrischende stilistische Vielfalt, die jeder Wiederholung gleich von Beginn an einen Riegel vorschiebt, genügend Experimentelles, das auf verspielte Art mit dem Gewöhnlichen bricht, richtig lässige Texte, die viel Lebensgefühl vermitteln, und eine charismatische Stimme, die jeder einzelnen Nummer ihren letzten wunderbar besonderen Schliff verpasst.

Benjamin Lageder entwickelt – mit der Unterstützung von unter anderem Fabian Uitz (ehemals bei Rocky Leon) am Keyboard, Manuel Schönegger (Blank Manuskript, Meetin’ Moa) am Bass und Robert Aichinger (ehemals Helo, The Merry Poppins) am Schlagzeug –seine eigene Sprache des Indie-Pop, er mixt ihn mit Elementen anderer Richtungen, lässt ihn mal rockiger und riffbetonter werden, dann wieder lässt er ihn in reduzierter Form eine ruhigere und stillere Note annehmen. Auch funkigen und souligen Tunes zeigt sich der Salzburger mit einem unüberhörbaren Liebe zu richtig fetten Retroorgelsounds und Bläsersätzen nicht abgeneigt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass „Leben Am Mars“ eine Art Sommeralbum für die kalten Wintertage geworden ist. Benjamin Lageders Songs machen einfach Laune und verbreiten viel Stimmung. Und das mit einer ordentlichen Portion Stil und einem hohen Coolnessfaktor. Ein wirklich gelungener Einstand.

Michael Ternai

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