Los Gringos präsentieren „Die zwanzig schönsten Lieder der Welt“

Wenn sich einmal drei so außergewöhnliche Musiker wie Otto Lechner, Klaus Trabitsch und Peter Rosmanith zusammentun, bleibt mit Sicherheit kein Stein auf dem anderen. Unter dem Namen Los Gringos unterzieht das Trio die Musikgeschichte des vergangenen Jahrhunderts quasi einer Neuüberarbeitung. Klassiker erfahren durch das virtuose Spiel der Los Gringos überraschende Wendungen. Deep Purple auf Wienerisch? Wie gut das funktioniert, davon können sich Musikliebhaber am 3. August im Naturparkzentrum Grottenhof in Kaindorf in der Steiermark überzeugen.

So richtig vorhersagen kann man nicht, was einen im Rahmen eines Los Gringos Konzertabends tatsächlich erwartet. Vermutlich tun dies auch die drei Musiker selbst nicht. Gespielt wird das, was just in jenem Moment Spaß macht. Es sind vor allem die Coverversionen von Klassikern der Musikgeschichte, die von Lechner, Trabitsch und Rosmanith in ein neues klangliches Gewand gehüllt, wobei die Palette des Dargebrachten dabei von Harry Belafonte, Fred Bertelmann und Wolfgang Ambros über die Beatles bis hin zu Deep Purple und Ry Cooder reicht. Natürlich mischt sich auch genügend eigenes Material darunter. Aber wie gesagt, das Programm entsteht in den meisten Fällen erst im Laufe eines Konzertes. Und natürlich darf auch das Publikum selbst ein Wörtchen mitreden und das Trio mit eigenen Wünschen konfrontieren.

Otto Lechner wird nachgesagt, dass er das Akkordeon in Österreich wieder populär gemacht hat. Der 1954 in Melk geborene Musiker ist bereits in seiner frühen Jugend erblindet, erlernte aber aufgrund seiner autodidaktischen Fähigkeiten, innerhalb kürzester Zeit Instrumente zu spielen. Seine musikalische Karriere begann er in der Begleitband des Kabarettisten Josef Hader, bevor er für diverse Theaterproduktionen, wie etwa am Burgtheater, als Komponist und Musiker tätig war. Vor etwa zwanzig Jahren verlagerte sich Otto Lechners Lebensmittelpunkt nach Wien. Aber auch international hat sich der Akkordeonspieler über alle Maßen verdient gemacht. So wurde ihm zuletzt für sein Akkordeon-Soloprogramm “The Dark Side of the Accordeon” der National Radio Award der Australian Broadcasting Corporation verliehen.

Mit Otto Lechner verbindet Klaus Trabitsch bereits eine langjährige Freundschaft. Zu zahlreichen Anlässen haben der Gitarrist und der Akkordeonist unter Beweis gestellt, wie gut sie miteinander harmonieren. Trabitsch, der in den achtziger Jahren vor allem mit seiner Band Liederlich Spielleut für Aufsehen sorgte, ist musikalisch stark dem Blues und Jazz verhaftet, scheut aber auch vor Ausflügen in die Volksmusik nicht zurück. Zudem zeigt der Gitarrist auch eine Vorliebe irische und balkanische Melodien, die in seiner Musik ebenfalls eine bestimmende Rolle einnehmen.

In Sachen Musikverständnis und Stilvielfalt steht Peter Rosmanith seinen beiden Kollegen um nichts nach. Der in Gmünd geborene Schlagwerker Musiker hat in seiner Karriere mit seinem umfangreichen Percussionsgepäck, bereits viele heimische und internationale Konzertbühnen bereist. Als Sideman war er unter anderem für die Bethlehem Allstars, Christina Zurbrügg und Liederlich Spielleut tätig. Darüber hinaus machte er schon als Komponist und auch Musiker bei zahlreichen Theater- und Hörspielproduktionen einen Namen, darunter beispielsweise beim Theater der Jugend, Gruppe 80 oder Theater ohne Grenzen.(mt)

Foto © Los Gringos

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