Ljubinka Jokić & YOK zu Gast in Waidhofen

Mittlerweile ein fixer Bestandteil der Wiener Balkan-Szene ist die aus dem bosnischen Banja Luka stammende Sängerin und Gitarristin Ljubinka Jokić. Besonderes Aufsehen erregte die Musikerin vor allem mit ihrer mitreißenden Neudeutung alter Klassiker des jugoslawischen Rocks. Am 28. Mai gibt Jokić gemeinsam mit ihrer Band YOK im Folkclub in Waidhofen einmal mehr eine Kostprobe ihres außergewöhnlichen Könnens.

Es war im Jahre 2006, als eine dem Publikum noch unbekannte Sängerin aus Bosnien im Rahmen des „Balkan Fever” Festivals gemeinsam mit Otto Lechner und seinem “Windhundorchester” die Bühne des übervollen „Porgy & Bess” betrat, um dieses regelrecht in einen brodelnden Hexenkessel zu verwandeln. Die Partnerin des österreichischen Akkordeonisten an diesem Abend war Ljubinka Jokić. Mit ihrer enorm ausdruckstarken, rauen und kraftvollen, gleichzeitig aber auch sehr souligen Stimme gelang es der Musikerin binnen kürzester Zeit, die Leute im Saal für sich zu gewinnen und zu begeistern. Noch heute sprechen die damals anwesenden Gäste von einem denkwürdigen Konzertabend, lieferte das Duo doch eine in der Tat unvergessliche Show ab. Inzwischen ist aus dem einstigen Geheimtipp eine der gefragtesten Persönlichkeiten der heimischen Weltmusik-Szene geworden.

Begonnen hat die Geschichte allerdings schon wenige Jahre zuvor in einem kleinem und unscheinbaren Lokal am Wiener Gaußplatz: Die Stammgäste vom „Pomali“ zeigten sich mehr als überrascht, als die Wirtin Ljubinka Jokić plötzlich ihre Gitarre umschnallte und gemeinsam mit dem Gast des Abends, dem Akkordeonisten und späteren Förderer Otto Lechner, eine kleine Jam-Session startete. Wie später im Porgy & Bess wurde die Bude auch damals ordentlich „abgerockt“.

Stilistisch präsentiert sich die gebürtige Bosnierin mit ihrer Band YOK sehr facettenreich, wobei sie die Einflüsse vor allem aus der eigenen musikalischen Vergangenheit bezieht. So kombiniert Ljubinka Jokić den klassischen „Jugorock“ der 70er- und 80er-Jahre mit traditionellem Romaliedgut, bosnischen Liebesliedern, den so genannten „Sevdalinke” und Elementen des Chansons. Was dabei herauskommt, sind ungemein energiegeladene, mitreißende und auf höchsten Intensitätslevel angesiedelte Songs, die von der kraftvollen, fast schon divenhaften Stimme der sehr charismatischen Sängerin getragen werden.

Wer also Lust verspürt, wieder einmal so richtig abzutanzen, sollte sich diese Gelegenheit im Folkclub auf keinen Fall entgehen lassen. Es lohnt sich! (mt)