Lana Is – In Your Head

Lana Is, eigentlich Lana Cencic, verortete sich musikalisch bislang, zumindest zeigen das ihre bisherigen Projekte (Lana & Flip), eher im Jazzkontext. Damit ist nun vorerst einmal Schluss, denn das, was die Sängerin, Pianistin und Komponistin auf ihrem Solo-Debüt (Session Work Records) praktiziert, hat mit dem Jazz im ursprünglichen Sinne eigentlich nur noch wenig gemein. Sie hat den Pop für sich entdeckt, erwartungsgemäß natürlich nicht den der oberflächlichen und seichten Sorte, aber dennoch zeigt sich der von ihr nun praktizierte Sound als ein solcher, den man noch am ehesten diesem Genre zuordnen kann. Im Mainstream ist die gebürtige Kroatin damit aber noch lange nicht angekommen, auch weil sie es versteht, ihrer Eigenwilligkeit und Kreativität auf kunstvolle Art Ausdruck zu verleihen. Ihre Songs erklingen vielschichtig, facettenreich und, die vielleicht eindeutigste Assoziation zum Jazz, so gar nicht den üblichen Schema-F Strukturen des Pop unterworfen. Will man das Dargebotene unbedingt bei einem Namen nennen, liegt man vermutlich mit der Beschreibung Art-Pop in einem stilistisch bunten Klanggewand nicht allzu weit daneben. Hierzulande live erleben kann man die vielseitige und talentierte Liedermacherin unter anderem am 15. November im Summerstage Pavillon in Wien.

Lana Is` musikalische Ambition ist hörbar jene, die Popmusik aus den Fängen der aktuell angesagten Trends und Strömungen zu befreien. In großer Distanz zu diesen formt sich die gebürtige Kroatin mit Hilfe ihrer Band  ihren eigenen zeitlos anmutenden Sound, der vor allem den künstlerischen Aspekt hervortreten lässt. Stilistisch sehr vielfältig agierend, versucht die Liedermacherin,  die in manchen Momenten im Gesangstil irgendwie an eine sanftere Version der ehemaligen Frontfrau der niederländischen Avantgarde-Rocker The Gathering, Anneke van Giersbergen, erinnert, vor allem mit anspruchsvollem und abwechslungsreichem Songwriting, das auch gelegentlich spontanen Brüchen und Wendungen Raum bietet, zu punkten.

Mal fast schon rockig („Will Persist“) unterwegs, dann wieder eher gefühlvoll zurückhaltend („Somethings Coming“, „So Long“) oder an anderer Stelle richtig schön jazzig-smooth und unaufgeregt relaxed („Towards Myself“, „I Don`t Need To Be Saved“), gelingt es der Liedermacherin, jedem ihrer Songs eine eigene Note zu verleihen und somit jede Wiederholung zu vermeiden. Hin und wieder lassen sich zwischen den Tönen zwar leichte Linien hin zur Musik der legendären Pop-Ikone Kate Bush ziehen, was aber dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch tut, bewegt sich Lana Is doch erfreulicherweise mit ihren vielen Ideen doch auf ganz eigenen Pfaden.

Mit „In Your Head“ ist der Sängerin und Pianistin auf jeden Fall mehr als nur eine Talentprobe gelungen, Lana Is zeigt, dass sie es vortrefflich versteht, Nummern entstehen lassen, die nachhaltig wirken und von Mal zu Mal immer mehr an Größe und Faszination gewinnen. Ein wirklich starkes und überzeugendes Debüt.
Michael Ternai

Termine:
15.11. Summerstage Pavillon, Wien
16.11. Kulturraum Neruda, Wien

 

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