
Es scheint sich auf dem Erstlingswerk alles, vom ersten bis zum letzten Ton, ohne große Brüche im Fluss zu befinden, wiewohl man auch dazusagen muss, dass Stefan Kollmann und Markus Fellner spieltechnisch ein sehr, sehr hohes Niveau an den Tag legen. Nur stellen sie ihre außergewöhnlichen Begabungen ganz in den Dienst ihrer Musik und verzichten auf das zur Schau stellen ihrer unbestreitbaren Fertigkeiten. Die beiden nehmen ihre Hörerschaft auf eine ungemein stimmungsvolle und auch abwechslungsreiche Klangreise mit. Mal machen sie Station im Tango Nuevo, mal in der Musette, um sich gleich darauf dem Klezmer zu widmen. Dazwischen wird auch schon mal ein wenig dem Jazz und anderen Musikformen gehuldigt.
Aber wie gesagt, das Zweiergespann, das im Juli dieses Jahres bei den “World of Accordion Awards” in Castelfidardo mit dem “Jazz/World Music Award” ausgezeichnet worden ist, tut das sehr bedacht ohne jeden Anflug irgendwelcher pathetischer Gesten. Die jungen Kärntner besinnen sich bewusst auf das Wesentliche und verleihen ihrer Musik dieser Art etwas unmittelbar Eindringliches, etwas, das musikalisch weit unter die Oberfläche bricht und in höchstem Maße zu berühren weiß. Lauscht man ihren Nummern, fühlt man sich aufgrund ihres Charmes aufgefordert, sich wirklich näher mit ihnen zu befassen, sie einfach wirken zu lassen, um sie auch in ihrer wunderbaren Ganzheit fassen zu können.
Mit „opus: Groove“ legen [:klak:] auf jeden Fall weit mehr als nur eine Talentprobe dar. Das Erstlingswerk von Stefan Kollmann und Markus Fellner offenbart sich als ein Stück Musik, das von Mal zu Mal wächst und auch nachhaltig wirkt. Bleibt nur noch zu hoffen, dass man von diesem Duo auch noch in Zukunft so einiges zu hören bekommen wird, was aber, bei den Qualitäten die es mitbringt, eigentlich außer Frage steht.
Michael Ternai