Johann Sebastian Bass (c) Klaus Pichler

JOHANN SEBASTIAN BASS – „Dogma“

Der Wiener Dreier JOHANN SEBASTIAN BASS macht auf seiner eben erschienenen neuen EP „Dogma“ (Bass Records) einmal mehr auf richtig starke Art vor, wie aufregend, lässig und eigenständig man Elektropop auch heute noch erklingen lassen kann.

Johann Sebastian Bass ist eine Band, die auffällt. Und das nicht nur, weil sich die drei Herren Johann Davidus Bass, Johann Martinus Bass und Johann Domenicus Bass mit ihren Rokoko-Perücken und ihrem Outfit ebendieser Epoche so kleiden, als wären sie gerade eben einer Zeitmaschine entstiegen, die sie aus dem 18. Jahrhundert in die Jetztzeit verfrachtet hat. Auch musikalisch versteht das Wiener Trio – und das weiß man nicht erst seit der famosen 2014er Hitsingle „Heart of Stone“ – Akzente zu setzen.

Mit der neuen EP knüpfen Johann Sebastian Bass im Grunde genommen genau dort an, wo sie mit eben dieser Erfolgsnummer vor gut einem Jahr aufgehört haben. Was auf „Dogma“ auf dem Programm steht, ist ein von in den Ohren hängen bleibenden Melodien getragener, in musikalische Synthiepop- Rauchschwaden vergangener Tage gehüllter, mit ausladenden Gesten dargebrachter und mit glitzernden Discokugeln, tanzbaren Beats, funky Basslines und einer Stimme aus der Talkbox ausgeschmückter Elektropop unverkennbar eigener Note.

Johann Sebastian Bass (c) Klaus Pichler
Johann Sebastian Bass (c) Klaus Pichler

Elektropop eigener Note

Soweit, nichts Neues also. Und doch, man ist durchaus überrascht, hört man sich durch die neuen Songs des Dreiergespanns. Die Wiener zeigen sich weiterentwickelt und in einer Art experimentierfreudig, detailverliebt, musikalisch abwechslungsreich und zugleich dem Pop so nahe, wie man es von ihnen bislang noch nicht kannte. Jede der vier Nummern (plus zwei Remixes) erzählt ihre eigene Geschichte. Im bärenstarken Opener „Sugar“ huldigt die Band in richtig lässiger Weise dem glamourösen Popsound der 1970er. Der anschließende hitverdächtige Song  „Across The Ocean“ zeigt dann mehr in eine funkige Richtung mit Elektroeinschlag.

Dass Johann Sebastian Bass nicht nur in der Lage sind, das tanzwütige Publikum zu bedienen, offenbart die schwere Düsternummer „The Call“, die im Sound breitflächig und im Tempo gedrosselt ein ganz neues musikalische Facette der dreiköpfigen Band offenbart. In typisch konsequent nach vorne treibender Johann Sebastian Bass-Manier geht es dann im abschließenden Track „Heavy Lipstick“ ab.  Komplettiert wird die EP mit zwei Remixes des Songs „Across The Ocean“ von Ken Hayakawa und Curley Sue.

Johann Sebastian Bass liefern mit „Dogma“ eine EP ab, die definitiv viel zu schnell vorbeigeht. Man will einfach mehr hören. Die Songs wissen wirklich zu gefallen, eben weil sie auch erfrischend anders daherkommen. Ein richtig schönes Lebenszeichen.

Michael Ternai

Johann Sebastian Bach live:
08.12. Fluc Wanne, Wien

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