JO STÖCKHOLZER – “Zum Lästern”

Auf seinem neuen Album „Zum Lästern“ (unserallereins/VÖ: 19.März) spricht JO STÖCKHOLZER gesellschaftlich wichtige Themen an, wie etwa einen reibungslosen Beziehungsaufbau in der heutigen Zeit oder einen barrierefreien Sprachgebrauch. Mit dem Opener des Albums „Alleine sein ist keine Tragik“ beginnt der Indie-Sänger einen Zyklus, der mit dem Single-Sein seinen Anfang nimmt und damit endet, letztlich dann doch eine Beziehung zu wollen.

Bild Jo Stöckholzer
Jo Stöckholzer (c) Bernhard Kapelari

Jo Stöckholzer beschreibt und thematisiert in einem modernen, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Indie-Popgewand unter anderem den Neid in einer Beziehung und singt davon, dass man mitten in der Nacht aufgeweckt wird, mit Lügen konfrontiert wird und wie schlimm es ist, wenn man sich zu viele Gedanken macht. Während es für den Liedermacher am Anfang noch in Ordnung scheint, alleine zu sein, ändert sich seine Einstellung gegen Ende. Er ist bereit seine „Beziehungsstatus“ zu ändern und fragt seine Freundin, ob sie nicht ein Paar werden wollten. Eine eigentlich klassische Geschichte, die aufgrund der Tiefe und Nachdenklichkeit der Texte aber erfreulicherweise keineswegs ins Banale und Auswechselbare abdriftet.

jo, der multiinstrumentalist

Was an „Zum Lästern“ beeindruckt, ist die künstlerische Vielfalt, die Jo Stöckholzer auf seinem Album – das in 5 Wohnungen/WG-Zimmern zwischen Berlin, Innsbruck und Wien und während der Tour entstanden ist – an den Tag legt. Nicht nur, dass alle Songs aus seiner Feder stammen und er sie bis hin zu den Chorpassagen alle eingesungen hat, er hat auch alle Instrumente selber eingespielt und die gesamte Produktion übernommen. Viel persönlicher und mit mehr eigenem Input kann man wohl kaum an einem Album arbeiten. Und in gewisser Weise spürt man diesen Umstand auch. Der gebürtige Innsbrucker konnte seine Vorstellungen dieses Mal voll und ganz umsetzen, was sich besonders an der authentischen Note, die sich durch alle Songs durchzieht, bemerkbar macht.

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Jo Stöckholzer liefert mit „Zum Lästern“ auf jeden Fall ein Album ab, das beides kann, bestens unterhalten wie auch zum Nachdenken anregen. Er zeigt sich als ein Künstler, der seine eignen Ideen verfolgt, und auch weiß, wie man sie in Lieder übersetzt, die ihren Weg ohne Umwege in die Gehörgänge finden. Ein schönes Popalbum.

Conny Ebruster

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Jo Stöckholzer
Jo Stöckholzer (unserallereins)
Fotograf Bernhard Kapelari