Vom 13. bis 25. Februar 2009 wird Graz wieder zum Nabel der Neuen Musik. War zunächst nur das musikprotokoll jährlicher Fixpunkt des steirischen zeitgenössischen Musiklebens, finden sich hier inzwischen auch kleinere Festivals und Konzertreihen. Styria Cantat etwa, ein Projekt des Steirischen Sängerbunds, lädt zeitgenössische Komponisten dazu ein, für Kinder- und Jugendchöre zu komponieren. Die Reihe open music bietet ein anspruchsvolles Konzertprogramm und wird, wie auch die impuls Akademie, von Ute Pinter koordiniert. Veranstalter wie das Kulturzentrum bei den Minoriten bringen ebenfalls regelmäßig Zeitgenössisches zu Gehör.
Impuls, die Internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik findet alle zwei Jahre an der Universität für Musik und darstellende Kunst statt.
Obwohl Österreich für die Neue Musik mittlerweile kein schlechtes Pflaster mehr ist, mangelt es den Ausbildungsstätten für junge MusikerInnen an diesbezüglicher Vermittlungsarbeit. Die Akademie schafft hier Abhilfe und geht auf die speziellen Erfordernisse zeitgenössischer Musik ein. Junge MusikerInnen haben die Möglichkeit des “Erstkontakts” mit zeitgenössischem Musizieren oder können ihre bereits bestehenden Erfahrungen vertiefen.
Gegründet wurde impuls vor mittlerweile zehn Jahren von Komponist Beat Furrer und Violinist Ernst Kovacic. Innerhalb dieser relativ kurzen Zeitspanne konnte sich die Akademie zu einer wichtigen Institution der zeitgenössischen Musik entwickeln, deren Niveau demjenigen der renommierten Darmstädter Ferienkurse entspricht. Das Angebot ist breit gefächert und umfasst Kompositions- und Instrumentalklassen mit individuell abgestimmtem Einzelunterricht und Ensemblespiel, Improvisationsworkshops, Austausch- und Arbeitsplattformen, das Programm “Ensemble meets Composer” sowie Spezialprogramme für neue Spieltechniken und Interpretation.
2009 werden erstmals Leseproben für junge KomponistInnen mit dem Klangforum Wien angeboten. Ausgewählte Kompositionen der TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit dem Klangforum diskutiert und auch angespielt. Durch die Arbeit in kleinen Gruppen ist ein hohes Niveau gewährleistet, außerdem kann auch auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden. Im Rahmen von Lectures, Impulsreferaten, Präsentations-, Gesprächs- und moderierten Konzerte wendet sich die Akademie auch an ein breiteres Publikum. Durch innovative Musikvermittlung soll das Verständnis für zeitgenössische Musik vertieft werden. So werden die KomponistInnen vor den Aufführungen über Werke und Probenarbeit sprechen.
Koordinatorin Ute Pinter legt darauf Wert, die impuls-Aktivitäten – und damit die zeitgenössische Musik – “in die Stadt” zu bringen und programmiert Veranstaltungen auch in Galerien, Cafes und Geschäften. Über den international ausgeschriebenen impuls-Kompositionswettbewerb werden junge KomponistInnen gefördert. Die vier ausgewählten Werke werden bei der Akademie 2011 präsentiert.
Am 16. Juni ab 23 Uhr ist in Ö1 Zeitton ein Porträt über impuls zu hören. Die Anmeldung bei impuls 2009 ist bereits jetzt möglich. Für Frühbucher bis September 2008 gibt es eine Ermäßigung. (sr)
Dozenten Instrumentalklassen:
Annette Bik, Violine
Gerhard Eckel, Elektronik
Eva Furrer, Flöte
Uli Fussenegger, Kontrabass
Ernst Kovacic, Violine
Andreas Lindenbaum, Violoncello
Thomas Meixner, Percussion
Ernesto Molinari, Klarinette
Ian Pace, Klavier
Dimitrios Polisoidis, Viola
Ernest Rombout, Oboe
Mike Svoboda, Posaune, Trompete, Tuba, Horn
Marcus Weiss, Saxophon
Enno Poppe, Dirigent Ensembleklassen
Lucas Vis, Dirigent Kompositionsklassen
Dozenten Komposition:
Beat Furrer
Olga Neuwirth
Brice Pauset
Vladimir Tornapolski
Link:
impuls