In 6 Jahren ist es soweit: 2032 jährt sich zum dreihundertsten Mal der Geburtstag von Joseph Haydn. Die „Haydnregion Niederösterreich“ wird dann zum fünfzehnten Mal stattfinden. Heuer läuft deren neunte Konzertsaison: „Wolfgang Amadé & die Haydns“ – so lautet die Überschrift zur Saisoneröffnung am 15. März 2026 im Haydn Geburtshaus in Rohrau. Das Festival präsentiert neben Schlüsselwerken der Haydn-Brüder wie dem weltlichen Oratorium „Die Jahreszeiten“ und Werken von Zeitgenossen auch neue Stücke: Auftragswerke von Eduard Kutrowatz und vom Jazz-Duo Jörg Leichtfried und Dominik Fuss. Außerdem gibt es Programmpunkte für Kinder und Jugendliche, etwa das Stück „Mäuschen Max verschenkt die Welt“.

„Wir fokussieren uns in der Programmauswahl klar auf das Oeuvre der Wiener Klassik, mit Joseph Haydn als ‘Vater’ dieser Epoche. Er und das Werk seines Bruders Michael stehen im Mittelpunkt, von dem aus wir stilistisch und programmatisch Grenzen ausloten“, sagt der künstlerische Leiter Michael Linsbauer über das Festival.

Ein solches Ausloten macht der Pianist Claus-Christian Schuster, der auch Mitbegründer des Altenberg Trios ist: er beleuchtet in seinem Vortrag am 15. März 2026 die gegenseitige Bewunderung, den Einfluss und die musikalischen Spiegelungen zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und den Haydn-Brüdern. „Zwischen Verehrung und Inspiration“ lautet der Titel seines Vortrags. Denn Mozart schätzte Michael Haydns menschliche Vorzüge und seine musikalischen Fähigkeiten, insbesondere auf dem Gebiet der Kirchenmusik. Die Verbindung zwischen den Kollegen reicht bis in Mozarts frühe Jugend zurück: Mozart hat Joseph Haydn bereits im Alter von siebzehn Jahren und in „höchster Verehrung“ eine Serie von sechs Streichquartetten gewidmet. Die Live-Musik an diesem Tag reicht von Joseph Haydns „Sonate für Klavier in D-Dur“ (Hob. XVI:42) bis Mozarts „Duo in G-Dur“ (KV 423).
In Zusammenarbeit mit der Römerstadt Carnuntum ist am 25. April die Veranstaltung „Musikalische Kriminalgeschichte“ in der dortigen Therme angesetzt: Der Autor E.W. Heine geht dabei den folgenden Fragen nach: Wer ermordete Mozart? Wer enthauptete Haydn? Das Kandinsky Quartett wird diesen Abend unter anderem mit Werken von Joseph Haydn und Niccolò Paganini begleiten.
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Eine weitere Kooperation erfolgt mit der Hainburger Haydngesellschaft, die am 26. September 2026 die ersten fünfundvierzig Jahre ihres Bestehen mit einem Festkonzert feiert, das Vergangenheit und Gegenwart in lebendigem Dialog vereint: Haydns D-Dur-Sinfonie eröffnet den Abend und Beethovens siebente Symphonie beschließt das Festkonzert in der Kulturfabrik in Hainburg. In der eigens für diesen Anlass komponierten „Sinfonia concertante“ von Eduard Kutrowatz begegnen einander Klavier und Klarinette in virtuoser und farbenreicher Zwiesprache. Andrea Götsch, Mitglied der Wiener Philharmoniker und ebenfalls Komponistin, gastiert zu diesem festlichen Anlass nicht nur als Solistin an der Klarinette, sondern auch als Dirigentin der von ihre geleiteten Ehrphilharmonie Wien.
Die Brücke zur Gegenwart wird auch am 9. August geschlagen, denn im Innenhof des Haydn-Geburtshauses in Rohrau kommt es bei einem Open-Air-Konzert zu einer Uraufführung durch das Jazz-Duo Jörg Leichtfried und Dominik Fuss: das Auftragswerk paraphrasiert Kompositionsthemen von Joseph Haydn.

Die Jahreszeiten und Die Schöpfung
„Besonders freue ich mich heuer darauf, zwei Schlüsselwerke von Joseph Haydn – ‘Die Jahreszeiten’ und ‘Die Schöpfung’ – in zeitgenössischen Fassungen aus Haydns Umfeld zu präsentieren: Auszüge aus den ‘Jahreszeiten’ für Bläserensemble und ‘Die Schöpfung’ in einer Fassung für Streichquintett und Sprecher von Anton Wranitzky“, sagt der künstlerische Leiter Michael Linsbauer.
Haydns „Nikolaimesse“, die im Jahr 1772 in Eisenstadt entstanden ist, wird am 4. Oktober 2026 in der Pfarrkirche in Höflein bei Bruck an der Leitha aufgeführt: dabei kommt die dort im letzten Jahr neu eingeweihte Orgel zum Einsatz. Die einst zum Fest des heiligen Nikolaus komponierte Messe bringt Chor, Solisten und Orchester zusammen.
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Die Haydnregion Niederösterreich richtet zudem einen Gesangswettbewerb für klassisches Lied und Arie aus. Dazu Michael Linsbauer: „Beim Internationalen Haydn-Gesangswettbewerb geben wir jungen Stimmen bereits zum 8. Mal die Möglichkeit sich vor einer hochkarätig besetzten Jury zu präsentieren“. Mit Maria Hegele (Mezzosopran) und Mira Alkhovik (Sopran) stehen bei Mozarts Requiem in der Pfarrkirche Bruck an der Leitha zwei ehemalige Preisträgerinnen der Haydnregion auf einer Festivalbühne und sind Teil der Veranstaltung „Vom Requiem zum Lobgesang. Musikalische Meisterwerke des Glaubens“ (12. Juni). Die Genannten sind übrigens mittlerweile an der Wiener Volksoper engagiert.

Programm für Kinder und Jugendliche
Insgesamt wird es rund 30 Veranstaltungen im Rahmen der Haydnregion geben, heuer finden auch Konzerte in Wien und dem benachbarten Burgenland statt. „Uns ist es wichtig, dem Publikum besondere Schauplätze – Schlösser, Kirchen, Heurige oder Industriedenkmäler – vorzustellen“, so Michael Linsbauer.
Für Kinder und Jugendliche gibt es am 11. April 2026 in Rohrau eine Veranstaltung: „Mäuschen Max verschenkt die Welt” ist eine Geburtstagsgeschichte, die durch die Musik von Joseph und Michael Haydn inspiriert worden ist. Am 6. Dezember 2026 wird im Haydn-Geburtshaus „Ein Koffer voller Wunderklänge“ präsentiert, eine von Joseph Haydns Musik inspirierte musikalische Adventgeschichte. Eine Woche danach geht am 13. Dezember auf Schloss Rohrau das Abschlusskonzert der Haydnregion Niederösterreich 2026 über die Bühne: mit Werken von Franz Schubert, Johann Nepomuk Hummel und von Michael und Joseph Haydn. Und dann sind es bald nur noch fünf Jahre bis zum großen Haydn-Jubiläumsjahr 2032.
Jürgen Plank
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Ab 15.3.2026: Haydnregion Niederösterreich 2026
Eröffnung: 15.3.2026, 16:00 Uhr, Haydn Geburtshaus Rohrau, Konzertsaal: „Wolfgang Amadé & die Haydns“
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Links:
Haydnregion Niederösterreich
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Hainburger Haydngesellschaft
Mäuschen Max
Haydnwettbewerb
