Hauk – Ned weit weg

Dass die moderne heimische Dialektmusik sich längst des traditionellen Austropop-Gewandes entledigt hat und heute aufgrund seiner authentischen Eigenart wieder viele Menschen zu begeistern weiß, unterstreicht unter anderem auch der Erfolg der Formation Hauk. Die Band rund um den Namensgeber, den Gitarristen und Sänger Christoph Hauk, versucht in ihren Stücken, die musikalische  Brücke von der Großstadt hin zum Ländlichen zu schlagen, den typischen, vom Schmäh lebenden Wiener Popsound mit der klanglichen und stilistischen Vielfalt der nicht-urbanen Regionen Österreichs zu verbinden. „Ned weit weg“ (Eiffelbaum), so der Titel des nun erscheinenden dritten Albums der Wiener Neustädter, zeigt sich als ein richtig schön abwechslungsreiches. Man merkt, dass die drei Musiker in Sachen Songwriting ihre Lektion gelernt und für Melodien und Arrangements ein wirklich gutes Händchen haben. Erhältlich ist das Album ab 12. Oktober.

Christoph Hauk und seine beiden Mitstreiter Axel Manfredini (Schlagzeug, Perkussion, Glockenspiel) und Tino Klissenbauer (Akkordeon, Klavier und Mundharmonika) wandeln musikalisch auf den Pfaden solch legendärer Liedermacherikonen wie Johnny Cash und Tom Waits, garnieren deren Stil mit einem typisch österreichischen Einschlag der Sorte Willi Resetarits und erschaffen auf diesem Weg einen Sound, der sich vor dem Schaffen dieser Größen verneigt, gleichzeitig aber viel Eigenständigkeit besitzt. Christoph Hauk begnügt sich nicht alleine mit der reinen Traditionspflege, dafür hat er genügend eigene Ideen und Vorstellungen, welche er in musikalischer Form zum Ausdruck bringen will.

Die stilistisch irgendwo zwischen modernem Liedermachertum, Pop und diversen dezenten weltmusikalischen Elementen angesiedelten Songs, ob die nun eher ruhigen und akustisch gehaltenen oder die doch mit mehr Dynamik vorgetragenen, besitzen allesamt diesen speziellen Charme, der ihnen ihren unverkennbar nach Hauk klingenden Charakter und Schmäh verleiht. Dazu tragen klarerweise auch die gelungenen Texte des Niederösterreichers bei, in denen er sich kein Blatt vor den Mund nimmt und auf humorvolle und selbstironische Art schon einmal richtig anzuecken weiß.

Man kann durchaus sagen, dass Christoph Hauk und seinen Kollegen  mit „Ned weit weg“ ein Album gelungen ist, das Qualität besitzt und darüber hinaus auch einfach Spaß macht. (mt)