Country made im Burgenland. Zu hören von HANNES DUSCHER & DIE PULVER. Das Solodebütalbum „I mog die Nocht“ (KOFFERRADIO) von Hannes Duscher erweist sich als unterhaltsame Mischung aus amerikanischen Country-Flair und Austropop-Charme. Und tatsächlich lassen sich einige Parallelen zwischen der weiten Prärie Amerikas und der Steppe rund um den Neusiedlersee finden.
Für Hannes Duscher ist es nicht das erste Rodeo. Neben seiner Tätigkeit als FM4-Moderator, war er auch an einigen musikalischen Projekten beteiligt. Jetzt hat er den Schritt weg von den Turntables, hin zur Bühne erneut gewagt. Herausgekommen ist das Album „I mog die Nocht“ auf dem zehn Indie-Country Songs zu hören sind. Anders als im Genre üblich, sind die Lieder aber nicht auf Englisch, sondern im steirisch-burgenländischen Dialekt gehalten. Diese Diskrepanz stört aber keineswegs. Der gebürtige Steirer hat mit dem Album eine kleine Hommage an seine Wahlheimat, das Burgenland geschaffen. Dabei zieht er einige überraschend passende Vergleiche zwischen dem Burgenland und dem Wilden Westen. Beim Hören begibt man sich auf eine Reise in das östlichste Bundesland – allerdings aus einer ganz speziellen Perspektive. Duscher erzählt Anekdoten, mal als einsamer Cowboy, mal als Teil der Gemeinschaft beim Dorffest. Die Geschichten sind teils humorvoll, teils tragisch, aber stets ehrlich und lebensnahe.
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Komplett einsam im Sattel sitzt Hannes Duscher aber nie. Begleitet wird er von der Band Die Pulver. Sie vereint einige bekannte Namen der österreichischen Musikszene: PauT am Bass, Stefan Diesenberger am Banjo, Florian Tiefenbacher am Schlagzeug und Lukas Lauermann am Cello. Gemeinsam tragen sie maßgeblich zum klanglichen Charakter von „I mog die Nocht“ bei. Zusammen mit dem Gesang und Gitarrenspiel von Duscher verankert die Band das Album klanglich ganz klar im Bereich des Country. Im Musikvideo zur Singleauskopplung „Neiche Zeit“ tritt Hannes Duscher im schwarzen Anzug mit einer Akustikgitarre auf – sein Erscheinungsbild erinnert dabei fast etwas an die Countrylegende Johnny Cash.
Das Album „I mog die Nocht“ ist eine sympathische Umsetzung eines Country-Albums mit einem ganz speziellen, eigenen Touch. Musikalisch orientiert man sich an amerikanischen Vorbildern. Es lebt aber vor allem vom Dialekt und dem Fokus auf das Burgenland – eine Mischung, die dem Album seinen besonderen Reiz verleiht.
Ylva Hintersteiner
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