
Zeitgenössisches Musiktheater über das sportlich-olympische Zusammenwirken von Göttern, Gunst und Gladiatoren. Die “Gladiatorendämmerung” ist ein Projekt der stART-Kooperation der ARGEkultur Salzburg mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik (OENM). Die jährlichen stART Festivals sollen jungen Komponisten die Möglichkeit des interdisziplinären Experimentierens im Rahmen einer Produktionsplattform bieten.
Thematisiert wird der Olympische Sport in seinen verschiedenen Facetten von den ursprünglichen griechischen Spielen bis zum heutigen Hochleistungssport mit all den Begleiterscheinungen, die seine Vermarktung als Event nach sich zieht. Das Sport-Ereignis wird auch als gesellschaftlicher Brennpunkt betrachtet, an dem nicht nur das körperliche, sondern auch das ökonomische, moralische, ästhetische und politische Leistungsvermögen der jeweiligen Gesellschaft überprüft wird. Der Sportler kämpft so nicht nur mit seinem eigenen Leistungsvermögen, sondern wird gleichermaßen zum Gladiator der Leistungsgesellschaft.
Vier junge Komponisten haben für dieses Projekt musikalische Beiträge geschrieben. Die Musik gibt Rhythmus und Dramaturgie vor, die Choreographie bietet den Körper, der im Spannungsfeld von Musik und Bild zur Höchstleistung gebracht werden soll. Ein Video thematisiert die Individualität des “Gladiators” und die Massen der Zuschauer. Aurelio Copes, Nicolas Tzortzis, Gabór P. Mezei und Martin Wistinghausen haben den Mikro- und Makrokosmos des sportlichen Wettkampfs in vier Stationen nach einem Konzept von Marcus Hank vertont; die Choreographin Heidrun Neumayer agiert tänzerisch zwischen Musik und Video.
Gábor Péter Mezei stammt aus Budapest. Nach einem Klavier- und Tontechnik-Studium am Budapester St. Stephan Konservatorium, studierte er Komposition bei Dieter Acker und Hans-Jürgen von Bose an der Hochschule für Musik und Theater München. 2005 erhielt Mezei den 2. Preis des Internationalen Reinl-Kompositionswettbewerbs. Seit Oktober 2007 ist er Erasmus-Stipendiat bei Prof. Adriana Hölszky an der Universität Mozarteum Salzburg.
Der aus Deutschland stammende Martin Wistinghausen ist ebenfalls Kompositionsschüler von Adriana Hölszky in Salzburg. Er begann seine musikalische Laufbahn mit einem Gesangsstudium bei Kurt Moll in Köln, später bei Rudolf Piernay an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.
Nicolas Tzortzis, in Athen geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung in Komposition und Gitarre in Paris, Bern und Athen.Tzortzis war Finalist beim “Henri Dutilleux”-Kompositionswettbewerb. Im Vorjahr gewann er den ersten Preis beim “Music Today”-Wettbewerb in Seoul, Südkorea. Er studiert bei Georges Aperghis in Bern. Der Brasilianer Aurelio Edler Copes ist Preisträger des Kompositionswettbewerbs der Franz-Reinl-Stiftung. Er studiert ebenfalls zurzeit bei Georges Aperghis in Bern.(sr)
Freitag, 13. Juni 2008, 20:00 Uhr
Samstag, 14. Juni 2008, 20:00 Uhr
Dramaturgie: Kerstin Hartig
Choreographie: Heidrun Neumayer
Idee/Konzept: Marcus Hank
Komposition: Gabor Peter Mezei, Martin Wistinghausen, Nicolas Tzortzis, Aurelio Edler Copês
Musiker: Österreichisches Ensemble für Neue Musik (OENM)
Konzept/Produktion/Idee: ARGEkultur Salzburg
Musikalische Umsetzung: OENM
