
Freuds Popinterpretation ist zugegebenermaßen eine der sehr, sehr britischen Note, was aber im Falle dieser Band durchaus als Kompliment aufgefasst werden kann, denn begibt man sich als solche schon einmal auf dieses überlaufene und hart umkämpfte musikalische Feld, dann kann man das auch schon mit Stil und in einer überzeugenden Form tun. Freud haben definitiv Stil und darüber hinaus auch noch die Motivation sowie das musikalische Verständnis dafür, nicht zur austauschbaren und allgegenwärtigen Massenware zu verkommen. Axel (Gesang), Oliver (Gitarre, Gesang), Vinzenz (Bass, Gesang)), Marie (Keyboard, Synthesizer, Gesang) und Jürgen (Schlagzeug), die fünf Kreativköpfe hinter der Band, haben genügend eigene Ideen und wissen diese auch ganz vortrefflich in wirklich funktionierende Popsongs, die den Funken schon vom ersten Moment an überspringen lassen, zu übersetzen.
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Musikalisch folgen Freud einem Pfad, der, ganz grob gezeichnet, irgendwo zwischen den Beatles, den Kaizer Chiefs und anderen Konsorten des englischen Indiepop-Universums hindurchführt. Doch jedem, der jetzt vielleicht meint, der Fünfer würde sich alleine im uninspirierten Zitieren oder einfachen Wiedergeben dieser genannten Größen begnügen, sei gesagt, dass es sich genau gegenteilig verhält. Frontmann Axel und seine Kollegen wahren die notwendige Distanz zu ihren vielen Vorbildern und erschaffen sich aus den verschiedensten musikalischen Versatzstücken ihren eigenen Sound. Ein bisschen 80es (Elektro)Pop hier, eine Prise New Wave da, an anderer Stelle geht es dann ein wenig rockiger zur Sache, um in der nächsten Nummer sogleich ein wenig den Artpop der siebziger Jahre mit richtig schön fetten Orgelklängen hochleben zu lassen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Freud mit „Yesterday Today Tomorrow“ ein wirklich klasse Comeback-Album gelungen ist, eines, das eindrucksvoll zeigt, dass die Band es immer noch drauf hat. Respekt. (mt)
Termine:
23.04. WUK, Wien
30.04. Bang Bang Club, Graz