Franz Hautzinger im echoraum

Die Konzerte im Wiener echoraum stehen schon seit jeher ganz im Zeichen musikalischer Grenzgänge und der Zusammenführung absoluter Gegensätze. Ein Musiker, der all diese Widersprüchlichkeiten spielerisch in einen logischen Zusammenhang bringen kann, ist Franz Hautzinger. Am 26. September ist der umtriebige Musiker wieder einmal solo zu bewundern.

Ein Konzert in echoraum ist für viele Musiker/Innen etwas Besonderes. Man kann sogar fast so weit gehen, zu behaupten, für manche heimische Jazzmusiker wäre dieser Veranstaltungsraum zu so etwas wie einem zweiten Wohnzimmer geworden. Auch Trompeter Franz Hautzinger fühlt sich dort anscheinend so pudelwohl, dass er in regelmäßigen Abständen kurz mal für ein Konzert im familiären Rahmen einkehrt.
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Franz Hautzinger in eine bestimmte Kategorie einordnen zu wollen, ist nahezu unmöglich. Er tanzt schlicht und einfach auf zu vielen Hochzeiten. So bewegt sich der Musiker ständig im Spannungsfeld zwischen den verschiedensten musikalischen Welten, die er durch sein Spiel in Verbindung zu bringen versucht, um etwas Neues zu schaffen. Hautzinger ist in der Zeitgenössischen Musik genauso beheimatet, wie im Jazz, in der Neuen Musik oder der Weltmusik. Mittels der Improvisation ist er ständig auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdruckmöglichkeiten und es ist oft verblüffend, was Franz Hautzinger alles aus seinem Blasinstrument herausholen kann.

Egal ob er nun alleine oder mit einem Ensemble auf der Bühne steht, stets ist er in der Lage durch sein Spiel dem Gesamtwerk seinen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Es ist also nicht wirklich verwunderlich, dass er im Moment in seinem Fach auch international zu einem der gefragtesten Musiker zählt. Zahlreiche Kooperationen mit namhaften Künsler/Innen belegen diesen Umstand eindrucksvoll. Die Liste derer mit denen Franz Hautzinger bereits zusammenarbeiten durfte, ist lang. In dieser finden sich so klangvolle Namen wie Elliott Sharp, Lou Reed, Gil Evans oder Sainkho Namtchylak.

 

Franz Hautzinger ist ein Improvisator wie er im Buche steht. Reine Spielfreude und die Faszination am Entwerfen eigenwilliger Klanglandschaften stehen im Mittelpunkt seines Spiels. Doch trotz aller in die Tiefe gehenden Experimente scheint er zu keinem Zeitpunkt den roten Faden zu verlieren. Und mit ihm auch das Publikum nicht.(mt)

 

 

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