Bild Fiaker Fiasko
Fiaker Fiasko (c) Manuel Zauner

FIAKER FIASKO – „i sog nix“

Wienerlied einmal anders – kantig, punkig und erfrischend unvollkommen. FIAKER FIASKO zeigen auf ihrem am 3. Februar 2017 veröffentlichten neuen Album „i sog nix“ auf welch unerhört lässige Art und Weise man seinen Platz zwischen der Tradition und der Moderne einnehmen kann.

Die Wiener Seele in authentischer, spannender und musikalisch vielfältiger Weise zum Erklingen bringen – so in etwa lässt sich das Motto von Fiaker Fiasko wohl am treffendsten beschreiben. Der Grund, warum gerade dieser unter den mittlerweile gefühlten viertausend Versuchen, das Wienerlied neu zu erfinden, im wirklich positiven Sinne aus dem Rahmen fällt, liegt vor allem im sehr eigenwilligen Zugang der drei Herren Manuel Zauner (Gesang, Kontrabass), Alex Lingl (Gitarre) und Ernst Pohn (Akkordeon). Die scheren sich nämlich relativ wenig um althergebrachte Traditionen. Natürlich ist ihre Anlehnung an den originalen Wiener Klang respektvoll und aufregend, aber besonders wird die ganze Sache durch ihre vielen Ausflüge in ganz andere musikalische Umgebungen. So klingt in einer Nummer mal ein wenig Folk durch, in einer anderen ist es der Blues, dann wieder veredeln plötzlich der Klang des Balkans, ein Schuss Chansonhaftes oder eine Prise Jazz das Dargebotene.

Wienerlied mit punkiger Attitüde

Cover i sog nix
Cover “i sog nix”

Angereichert wird das Ganze von dem famosen Dreiergespann schließlich mit einer ordentlichen Portion punkiger Attitüde, die den Liedern letztlich – zusammen mit dem richtig schön räudig-rauen Gesang von Manuel Zauner – ihren erfrischend ungehobelten und kantigen Schliff verpasst. Auch textlich schöpfen Fiaker Fiasko aus dem Vollen. Sich in keinem Moment ein Blatt vor den Mund nehmend, raunzen, schimpfen, jammern und leiden sich Manuel Zauner, Alex Lingl und Ernst Pohn in bester Wiener Tradition spitzzüngig, selbstironisch, mit Sarkasmus, manchmal in Melancholie schwelgend, aber immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen durch ihre Nummern.

Fiaker Fiasko zeigen mit ihrem Album „i sog nix“, dass es im Metier Wienerlied eben doch noch etwas zu sagen gibt und immer noch musikalische Wege zu entdecken sind, um es mit neuem Leben zu erfüllen. Die Lieder des Wiener Dreiergespanns klingen nach der Stadt, in der sie entstanden sind, gleichzeitig aber auch international, sie sind voller Melodien, die einfach in den Gehörgängen hängen bleiben und bestens zu unterhalten wissen. Richtig, richtig stark.

Michael Ternai

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