Festival Retz 2026

Das Festival Retz 2026 steht 2026 unter dem programmatischen Leitmotiv HANDLEN! – und rückt mit „Judith & Holofernes“ von Alessandro Scarlatti einen Stoff ins Zentrum, der an Dramatik kaum zu überbieten ist. Die Geschichte vereint Bedrohung, Verführung und Täuschung und kulminiert in einem finalen Akt, der Leben rettet und zugleich grundlegende moralische Fragen aufwirft.

In Retz wird diese barocke Vorlage nicht historisch distanziert erzählt, sondern als packendes Musiktheater neu gelesen, das die Intensität des Originals mit der Dringlichkeit der Gegenwart verbindet. In der besonderen Atmosphäre der Stadtpfarrkirche Retz entfaltet sich daraus ein Gesamterlebnis, in dem Musik, Raum und Inszenierung zu einem Spannungsfeld zwischen Andacht und Abgrund verschmelzen. Der barocke Klang trifft auf existenzielle Fragestellungen und verbindet in besonderer Weise inhaltliche Tiefe mit sinnlichem Musikerlebnis.

Im Kern steht dabei die Frage nach Verantwortung: Was bedeutet es, zu handeln – und welche Konsequenzen trägt eine Entscheidung? Das Festival versteht sich als Raum, in dem Kunst Orientierung eröffnen kann – nicht durch einfache Antworten, sondern durch differenzierte Perspektiven. Zugleich bleibt der unmittelbare Genuss von Musik zentral: als gemeinsames Erlebnis, das berührt, verbindet und nachhaltige Eindrücke hinterlässt.

Ergänzt wird die Kirchenoper durch ein vielschichtiges Programm, das das Leitmotiv HANDLEN! in unterschiedlichen Formaten weiterführt. Bereits im Vorfeld führen die Countdown-Veranstaltungen – von der Opernsoiree bis zum Konzert im Schloss mit dem Sinfonischen Blasorchester Retz – in das Festival ein und schaffen erste Zugänge zum künstlerischen Geschehen.

Bild Sinfonia de Carnaval
Sinfonia de Carnaval (c) Maria Frodl

Im weiteren Verlauf entfalten Formate wie „Offene Grenzen – Fräulein Blauboad“ an der Thayabrücke grenzüberschreitende Momente zwischen Musik und Literatur. Die Wanderung „Zum Heiligen Stein“ verbindet Landschaft mit kultureller Reflexion, während Veranstaltungen wie „Haute Cuisine & Kalte Küche“, „RETZitativ – Sound Ritual“ von Karl Ritter sowie „Sinfonia de Carnaval“ das Spektrum um musikalische und performative Perspektiven erweitern.

Literarische und diskursive Beiträge – etwa mit Gertraud Klemm oder dem Vortrag „Glaube, Hoffnung und Widerstand“ – vertiefen die inhaltliche Dimension des Festivals. So entsteht ein dichtes Geflecht aus Musik, Literatur, Landschaft und Begegnung, das klassische Konzertformate bewusst überschreitet und neue Erfahrungsräume öffnet.

Vom 10. bis 26. Juli 2026 entwickelt sich daraus ein konzentriertes Festivalgeschehen mit rund 20 Veranstaltungen, das Retz und sein Umland miteinander verbindet und Musik, Literatur und Diskurs in unterschiedlichen Kontexten erlebbar macht. Dabei knüpft das Festival an die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre an und festigt seine Position als etabliertes Kulturereignis in der Region.

Das Festival Retz positioniert sich damit als lebendiger Kulturraum im ländlichen Kontext – offen, verbindend und getragen von der Überzeugung, dass Kunst gerade dort besondere Wirkung entfaltet, wo sie Menschen zusammenbringt.

Festival Retz 2026
HANDELN! JETZT! GEMEINSAM!

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