
Zugegeben, auswechselbare Indierockcombos, die sich im Wettstreit im gegenseitigen Abkupfern üben, gibt es heutzutage wie Sand am mehr. Umso erfreulicher ist es dann, findet eine Band tatsächlich zu ihrem eigenen unverkennbaren Stil. Famp haben sich ganz bewusst dagegen entschieden, einen massentauglichen Wohlfühlsound zu praktizieren. Vielmehr liegt den vier Musikern viel daran, den Versuch zu unternehmen, dem Indierock eine Art Frischzellenkultur zu verpassen und der gitarrenorientierten Musik generell etwas von ihrer oftmals verloren gegangenen Wildheit wiederzugeben.
Anstatt sich den üblichen Schema F-Formaten entlangzuhanteln, laden Philipp Krikava (Gesang, Gitarre), Andreas Steiner (Schlagzeug) Martin Schneider (Gitarre) und Florian Prem (Bass) ihre Version des Indierock, oder zumindest das, was unter diesem Begriff zusammengefasst ist, mit einer gehörigen Portion Eigenständigkeit auf. Sie wissen um ihre instrumentalen Fähigkeiten und zeigen auch das ausgeprägte Gespür dafür, ihre vielen eigenen Ideen und Melodien in spannende und überaus dynamisch arrangierte Songs zu übersetzen. Wiewohl beim Durchhören ihrer Nummern an manchen Stellen schon einmal Namen wie The Kooks oder Mando Diao in den Sinn kommen, bewahren Famp erfreulicherweise dann doch immer die notwendige musikalische Distanz zu den Genannten.
Die Songs von Famp machen einfach Spaß und verlieren auch nach mehreren Durchläufen nichts von ihrem Reiz. Man hört, dass hier eine Truppe am Werken ist, die ihr Handwerk, nämlich klasse Songs mit eigener Note zu schreiben, wirklich beherrscht. Bleibt zu hoffen, dass man von dieser Band auch noch in Zukunft noch einiges zu hören bekommt, denn was man bisher präsentiert bekommen hat, macht definitiv Lust auf mehr. (mt)
Termine:
01.03. Papierfabrik, Graz
16.03. Kontaktlinse Festival, Klagenfurt
Foto Famp: Sophie Denk
FAMP