
Als bekanntester der drei Vertreter darf wohl Egon Wellesz bezeichnet werden, der sich nach seiner Flucht nach Großbritannien und der dortigen Inhaftierung besonders für österreichische Komponisten im Exil einsetzte und dessen Bemühungen neben seinen Kompositionen etwa durch die Gründung der Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) im Jahr 1922 bis heute nachwirken. Einen anderen Weg schlug Franz Ippisch ein, der mit seiner Familie nach Guatemala floh und als Kompositionslehrer das dortige musikalische Leben beeinflusste. Viktor Ullmann hingegen wurde von den Nazis nach Theresienstadt deponiert, wo er sein kompositorisches Schaffen immer noch im Glauben an das Gute im Menschen den gräulichen Umständen entsprechend so gut wie möglich fortsetzte, bevor er in Auschwitz durch Vergasung ermordet wurde. Wenngleich eine Wiedergutmachung nie möglich ist, so wird mit diesem Programm wenigstens dem Werk der Genannten Gehör verschafft. (dw)