
“Also es gibt da grundsätzlich kein Thema, das ich nicht „angreifen“ würde.”
In deinem neuen Programm „Aundas“ stehst du wieder Solo auf der Bühne. Wann hast du entschieden Solo aufzutreten?
Thomas Franz-Riegler: Da muss ich jetzt nachrechnen. Ich bin ja eigentlich studierter Schlagzeuger und habe 2009 bei der Gruppe Stoahoat & Bazwoach zu spielen begonnen. Das ist Volksmusik/Crossover. Und da bin ich zum ersten Mal vorne an der Bühnenkante gestanden. Als Schlagzeuger sitzt man ja normalerweise hinten und hat nichts zu sagen. Da habe ich Lieder von mir gespielt, die ich auch moderiert habe, was mir irgendwie gefallen hat. Und natürlich läuft in einer Band nicht immer alles so, wie man es gerne hätte. Es ist manchmal langwierig, weil mehrere Leute mitreden. Ich habe dann im November 2010 einfach beschlossen alleine mal was zu tun, denn Lieder hatte ich schon ziemlich viele. Noch nicht genug, aber Einiges. Ich wollte es mal alleine versuchen, mit vielen Instrumenten und meinem ominösen Loop-Gerät, das ich jetzt habe. Am 1. April 2011 hatte ich dann meine Premiere in Waidhofen/Ybbs im „Steirer Himmel“, damals. Und so wie ich drauf bin, habe ich manchmal sehr wenig dafür getan (lachen). Ich habe mir Zeit gelassen bis Dezember oder Jänner. Dann aber habe ich mehr oder weniger ein Lied nach dem anderen geschrieben, als ich gemerkt habe „Jetzt wird es ernst.“ Jänner, Februar und März war die „Dicht-Phase“.
Wie lange brauchst du im Durchschnitt für ein Lied?
Thomas Franz-Riegler: Das weiß ich jetzt nicht so genau, das kann ich nicht sagen (lachen). Es ist ganz verschieden. Es gibt Sachen, die fallen mir beim spazieren gehen ein, dann denk ich mir „Kenn ich nicht?! Gefällt mir. Da mach ich was draus.“ Und dann kann es sein, dass ein Lied in zwei Stunden fertig ist. Es gärt meistens ein Thema im Vorfeld, irgendwas beschäftigt mich oder ich lese etwas, was mich selbst auch irgendwie betrifft. Dann setze ich mich hin und schreibe mal zwanzig Minuen an einem Text und probiere dazu was mit der Gitarre oder füge Ideen zusammen, die ich schon hatte, nur mit einem neuen Text. Es kann sein, dass sowas sehr schnell geht, aber es kann auch drei Tage oder eine Woche dauern, bis das Lied die Form hat, die ich gerne hätte.
Welche Themen liegen dir besonders am Herzen? Und welche würdest du nicht „angreifen“?
Thomas Franz-Riegler: Also es gibt da grundsätzlich kein Thema, das ich nicht „angreifen“ würde. In erser Linie schreibe ich über Dinge, die auch mich betreffen. Es passiert immer wieder, dass Leute auf mich zukommen und meinen „Hey, darüber müsstest du mal ein Lied schreiben.“ Ich sag dann „Ja, klingt gut.“ Aber ich muss mich dann hineinversetzen, schauen, wie es mir in dieser oder jener Situation ginge, oder Sachen über ein Thema lesen. Ich singe auf der Bühne nur über Dinge, mit denen ich selbst auch irgendwie konfrontiert bin. Und da kann alles kommen. Das Leben ist sehr bunt. Ich würde jetzt nichts ausschließen, ob das jetzt Beziehungen, Krankheiten, „jammern“ oder was auch immer ist. Jammern kann ich gut. Es gibt auch ein Lied im neuen Programm, das über’s „jammern“ ist. Ich würde wirklich nichts ausschließen. Im neuen Programm habe ich erstmals in einem Lied auch politische Gedanken. Weil ich nicht verstehe, was für „Hetzjagden“ heutzutage so passieren. Wann da irgendwo steht „Denkzettel für Rot-Schwarz“, denk ich mir „Ok, wie oft in meinem Leben – wenn ich wirklich auf jemanden böse war, ich es jemandem „zurückzahlen“ wollte und das auch getan habe, oder auch nicht – hat sich das am nächsten Tag immer noch gut angefühlt?“ Das ist sehr selten der Fall. Also sollten jene, die als „Denkzettel“ blau wählen wollen, die sollten vielleicht einmal durchatmen, und darüber nachdenken wie oft sich sowas etwas später immer noch gut angefühlt hat. Das ist ein Thema für mich, das ich vielleicht eindringlicher umsetze, weil ich da manches nicht verstehen kann.
“Erstens muss es musikalisch Sinn ergeben und zweitens muss es auch mir Spaß machen.”
Bei deinen Live-Auftritten spielst du alle Instrumente selbst und loopst diese dann. Erklär mal wie das Ganze abläuft.
Thomas Franz-Riegler: Das Gerät, das ich da verwende, nimmt alles was ich spiele auf. Sobald ich die Aufnahme beende, beginnt das wieder von vorne und wiederholt das Gespielte. Da nehme ich zum Beispiel die Gitarrenbegleitung auf, mache Rhythmus-Sachen. Entweder Beatboxen oder ich trommle auf der Gitarre. Ich hab auch schöne, bunte Rasseln (lachen). Ja, und dann singe ich mal eine Strophe oder den Refrain und bei der nächsten Wiederholung die zweite Stimme zur Strophe oder dem Refrain. Oder ich spiele Klavier oder Bass dazu. So wird das immer mehr und zum Schluss klingt es teilweise wie eine ganze Band. Bass-Trompeten-Einwürfe kommen immer wieder auch rein.
Überlegst du dir vor deinen Auftritten immer was du so auf der Bühne alles machst?
Thomas Franz-Riegler: Wie ich die Lieder aufnehme, also in welcher Reihenfolge ich welche Instrumente spiele, das ist straff durchorganisiert. Erstens muss es musikalisch Sinn ergeben und zweitens muss es auch mir Spaß machen. Also wenn ich das jetzt irgendwie immer zufällig machen würde, dann wäre das Ergebnis auch jedes Mal anders. Ich habe da gerade jetzt am Beginn so eine Mappe mit den Liedtexten drin. Schummler für mich, auch mit der Reihenfolge der einzelnen Instrumente, damit ich da kein Durcheinander habe. Denn wenn ich das jedes Mal gleich mache merke ich es mir auch schneller, besser, genauer. Für das, was ich dazwischen erzähle, habe ich Grundideen, die ich mir auch noch aufgeschrieben habe. Aber das werde ich zunehmend weglassen. So hatte ich das auch beim ersten Programm und am Schluss hatte ich nur noch die Setliste, mit der Reihenfolge. Und da war nach jedem Lied ein Stichwort-Thema. Wie ich das dann erzähle und was ich mache, das ist dann sehr „frei“. Ich merke, wann es grundsätzlich passt und kann mich dann dabei mehr entspannen. Früher wollte ich sehr viel unterbringen, jetzt ist es oft so, dass es gescheiter ist, wenn ich etwas sage, das kurz ist und gut passt. Und ich dann einfach nichts mehr sage. Das muss ich vielleicht noch etwas üben. Denn wie du merkst rede ich gerne (lachen). Manchmal ist es besser weniger zu sagen als ich eigentlich vor hatte. Aber sonst, was ich mache, ob Mimik oder Gestik, das ist nach Tagesverfassung unterschiedlich. Ein Freund, der auch mein altes Programm kennt, sagte mir, dass ich mir beim neuen Programm öfter die Zeit nehme und mich zurücklehne und ich den Auftritt auch genießen kann. Beim anderen hatte ich oft Stress und wollte so viel wie möglich machen, damit es nicht langweilig wird. Ich habe das alles schon vierzig Mal gehört, das Publikum hört das aber zum ersten Mal. Das muss man sich immer ins Gedächtnis rufen, dass es für das Publikum immer noch neu ist.

Du hast auch eine neue Band namens Xnund. Was machst du im Moment lieber? In der Band spielen oder Solo auftreten?
Thomas Franz-Riegler: Das ist eine gute Frage. Ich würde jetzt nicht sagen „Was mache ich lieber?“ Für mich ist es so, dass ich momentan meinen Organisationsschwerpunkt eher auf meine Solo-Geschichte lege. Natürlich, weil es ganz neu ist und weil ich damit in anderen Gegenden spielen will als bisher. Also nicht nur St.Peter/Au, Amstetten, Steyr (lachen). Aber es hat beides seine Qualität. Bei Xnund moderiere auch ich das meiste. Das hat sich so herauskristallisiert. Ich mach das gerne und die anderen haben nicht so das Bedürfnis danach. In der Band kann ich mich hie und da ein wenig mehr zurücklehnen, weil auch die Anderen viel spielen. Und es ermöglicht auch andere Musik zu machen. Ich kann jetzt Solo zum Beispiel nicht wirklich ein Volksmusik-ähnliches Stück spielen, weil das auf der Gitarre alleine nach nichts klingt. Bei Xnund spielt eine Geige, es gibt eine zweite Geige und es spielt ein Kontrabass, ich spiele verschiedene Percussion-Instrumente. Aber ich könnte jetzt wirklich nicht sagen was ich lieber mache. Ich finde beides super, weil ich überall viel darf (lachen). Vor allem jedes Instrument spielen, das ich mag.
Du spielst ja viele Instrumente. Welche hast du in der Musikschule erlernt und was hast du dir selbst beigebracht?
Thomas Franz-Riegler: In der Musikschule habe ich mit Sieben erst ein wenig zum Geige spielen begonnen, dann sogar einmal Kirchenorgel und mit fünfzehn schließlich Schlagzeug. Gitarre und Bass-Trompete, das sind die Instrumente, die ich mir in den letzten fünf, sechs Jahren selbst angeeignet habe. Für die Bass-Trompete habe ich mir zwischendurch schon mal drei Unterrichtsstunden genommen, um zu schauen ob das, was ich da mache, kein großer Blödsinn ist. Ich mach es halt so, wie es mir gefällt. Dadurch ist der Fortschritt manchmal sehr überschaubar (lachen), aber ich kann auf der Gitarre alle meine Lieder begleiten. Wenn jetzt allerdings einer zu mir sagt „Komm, spielen wir irgend ein Jimi Hendrix-Lied, oder eine Bryan Adams-Nummer“, dann muss ich mir das erst zusammensuchen. So spontan bin ich dann nicht. Schihütten-Gaudi, das bekomm‘ ich hin.
Gab es ein Instrument, das du erlernt hast, das Ausschlaggebend war dafür, dass du weiter Musik machen wolltest?
Thomas Franz-Riegler: Ich kann mich noch erinnern, mein Vater hatte so ein Harmonium was wie eine Orgel ist, nur Luftbetrieben mit Elektromotor. Es schaut wie eine Orgel aus, hat aber immer ein wenig wie ein elektrisches Akkordeon geklungen. Das hatten wir so lange ich mich erinnern kann. Darauf habe ich schon mit vier, fünf Jahren herumgeklimpert. Und weil ich darauf ganz geschickt war, habe ich dann erst mit Blockflöte begonnen. Der Lehrer meinte dann, weil ich mich gut angestellt habe, ich solle Geige lernen. Es war immer so eine nicht hinterfragte Abfolge. Mit vierzehn war Geige dann völlig uncool. Und ich war völlig unsportlich, was im Gymnasium und der HTL nicht toll ist, eigentlich. Darum wollte ich dann Schlagzeug erlernen, weil das damals cool war. Dann habe ich in einer Band gespielt, da durfte ich dann auch mal lauter sein und auf einer Bühne stehen. Kein Blasmusik-Konzert sondern Rockmusik mit einer Band. Ich hatte immer irgendwie jemanden, der mich ein Stück weitergetragen hat. Nach der HTL habe ich als Programmierer gearbeitet und hatte damals einen Musiklehrer, der in der HBLA in Haag unterrichtete und der veranstaltete immer auch Konzerte mit Chor und Band. Da habe ich auch mitgespielt. Und dieser Lehrer meinte zu mir „Wenn du jetzt nicht Schlagzeug studieren gehst, dann machst du das vielleicht nie.“ So hat er mich ein wenig dazu motiviert. Ich habe dann die Aufnahmeprüfung versucht, sie haben mich genommen und ich habe dann meinen Programmierer-Job hingeschmissen. Das kam zu Hause nicht so gut an (lachen). Nach nur vier Jahren „arbeiten probieren“ studieren zu gehen fand die Familie nicht so toll. Immer in dem Moment, wo nicht klar war ob es weitergeht oder was weiter passieren wird, ging was weiter. Ich habe für einige Zeit bei der Landesausstellung gearbeitet, Führungen gemacht und da auch zum ersten Mal vor Publikum gesprochen. Da habe ich sicher so meine 200 Stunden vor mir nicht bekanntem Publikum gesprochen. Daher weiß ich auch, ich kann auf einer Bühne stehen und reden, es kann mir nichts passieren. Es kann auch mal voll schief gehen und es ist trotzdem noch charmant, wenn man dazu stehen kann. Ich war nie sehr fleißig, also ich habe nie fünf Stunden geübt. Das geht für mich gar nicht. Aber ich war immer sehr neugierig und wenn es sein musste, habe ich natürlich auch mehr getan.

Du hast unter anderem bei Tuskulum gespielt, bei Stoahoat & Bazwoach, der LA Bigband und in diversen Jazz-Ensembles.
Thomas Franz-Riegler: Bei Tuskulum war ich quasi in der Version zwei dabei, beim Wiederaufleben. Das war eigentlich nur ein Jahr, dann ist das irgendwie wieder eingeschlafen. Die LA Bigband, die macht hochqualifizierte Musik. Es ist ein exklusives Orchester, bei dem du Profimusiker auf der Bühne hast. In so einer Big Band macht man mehr aus Liebhaberei mit. Das Level war immer sehr hoch und ich habe dann irgendwann, weil ich mit dem Schlagzeug damals nicht mehr richtig vorwärts kam, aufgehört.
Was waren die wichtigsten Erfahrungen, die du von den Bands für dich mitgenommen hast?
Thomas Franz-Riegler: Das ist eine gute Frage. Darüber habe ich überhaupt noch nie nachgedacht. Mit der LA Bigband war es so, da gab es musikalisch ein sehr hohes Niveau, das mich immer wieder gefordert hat. Nicht nur musikalisch, auch moralisch. Es war auch emotional, weil ich oft das Gefühl hatte dass man sehr Zentral ist. Wenn ich mich selbst nicht sicher fühlte, habe ich zwanzig Leute mit-beeinflusst. Natürlich hat jeder seine Sicherheit mit seinem Part, aber Schlagzeug ist schon ein mächtiger Platz und manchmal dachte ich dann „Das pack‘ ich jetzt nicht mehr.“ Verantwortlich sein für so viele. So habe ich es empfunden. Was ich von Stoahoat & Bazwoach mitbekommen habe, ist das vorne stehen, etwas erzählen, dass mir das sehr gut gefällt. Einen ganzen Abend lang nur mehr Schlagzeug zu spielen, das fände ich inzwischen zu langweilig. Mittlerweile stehe ich lieber vorne als hinten zu sitzen. Reden, singen, auch wenn ich keine ausgebildete Singstimme habe. Einfach Geschichten erzählen.
“Es gibt kein Risiko mehr und keine eigene Meinung oder keine eigene Farbe.”
Seit einiger Zeit gibt es wieder vermehrt Diskussionen über österreichische Musik, Quoten und so weiter. Glaubst du es verändert sich die Situation für österreichische Musik derzeit positiv?
Thomas Franz-Riegler: Das ist noch nicht lange, man muss also schauen wie sich alles weiterentwickelt. Man merkt, dass es eine große Ratlosigkeit gibt. Nicht nur in der Musik. Aber wenn man jetzt so bei den großen Festivals schaut welche Bands dort die Highlights sind, dann sieht man, dass es diese Bands teilweise schon über zwanzig Jahre gibt. Und für Bands, die noch niemand oder nur wenige Leute kennen, bekommen eine schlechte oder gar keine Gagen für ihre Auftritte, darum fehlt auch ein wenig der Nachwuchs. Ich weiß nicht, ob sich da jetzt wirklich was bewegt. Ich mach meine Sache. Die mach ich selbst. Natürlich wäre es toll zum Beispiel auf Ö3 gespielt zu werden, das ist aber sehr unwahrscheinlich. Dass die großen Firmen wie der ORF und auch die großen Parteien ratlos sind, das merkt man jetzt auch am Sieg von Conchita Wurst. Im Vorfeld wollte sie niemand angreifen, kaum merkt man, das ist populär, rechnet sich jede Partei und jeder Sender plötzlich Chancen aus, dass sie da „mitschneiden“ können. Es gibt kein Risiko mehr und keine eigene Meinung oder keine eigene Farbe. Das finde ich schräg.
Du bist Musikschullehrer. Welche drei Tipps würdest du einem Schüler mitgeben, der weiterkommen will mit der Musik?
Thomas Franz-Riegler: Ich würde erst einmal den Eltern einen Tipp geben (lachen). Das ist interessanter. Denn die Kinder kommen meistens mit guten Ideen und haben schon einen Plan. Ich habe 24 Schlagzeug-Schüler und sie alle sind unterschiedlich. Es gibt welche, die lassen es einfach über sich ergehen. Die sagen sie kommen gerne zu mir, machen aber eine ganze Woche lang nichts. Dann gibt es ein paar, die voll ambitioniert sind und ein Ziel haben. Die gehen zum Beispiel zur Blaskapelle oder spielen in einer Band. Sie wollen einfach irgendwie weiterkommen. Manche kommen zu mir, weil sie da eine halbe Stunde oder Stunde hier verbringen können, ohne dass jemand etwas, das ihnen auf die Nerven geht, verlangt. Die, die gar nicht können, die hören irgendwann auf. Das sind aber ganz wenige. Ich finde es wichtig die Ideen, die die Kinder haben, ernst zu nehmen. Und die Erwachsenen sollen die Ideen, die sie selbst haben, ernst nehmen. Die Schüler kommen mit guten Vorschlägen und je älter sie werden, wenn sie beginnen, desto weniger Mut haben sie. Manche wollen Noten haben. „Leg mir her was ich spielen soll.“ Bei „Lass dir was einfallen“ heißt es „Kann ich nicht.“ Manchmal sagen das schon Achtjährige. Es heißt auch manchmal gleich „Das kann ich sicher nicht“, obwohl die Schüler es noch nicht einmal versucht haben. Das ist Schade. Die Angst davor etwas falsch zu machen, und es darum gleich gar nicht erst versucht. Fehler zu machen ist nicht hoch angesehen, aber ohne etwas zu versuchen geht es nicht. Edison, der Erfinder der Glühbirne, sagte er hätte tausend Glühbirnen gemacht, bevor er eine hatte, die wirklich gut funktioniert hatte. Und er meinte, dass er mit jedem Scheitern der Lösung einen Schritt näher kam. Leider ist es in unserer Gesellschaft nicht ok zu scheitern. So weit kommen die meisten gar nicht, weil sie davor schon aufgeben. Nun, also meine Tipps sind: Das was mir selbst gefällt ist genau richtig für mich. Versuche nicht jemand anderen zu beeindrucken oder zu gefallen. Schon gar nicht, wenn es sich mit dem spießt, das dir selbst gefällt. Und, als Profimusker zum Beispiel will man ja auch Geld verdienen, aber wenn du den Weg zur Gage nicht genießen kannst ist das, was du am Ende dafür bekommst nichts wert. Also wenn das Touren keinen Spaß mehr macht, stimmt etwas nicht.
Was sind deine weiteren Pläne jetzt mal?
Thomas Franz-Riegler: Jetzt einmal schauen, dass ich in Gegenden spiele, wo ich noch nicht war. Denn das Feedback, auch schon auf das alte Programm, ist durchwegs gut. Ich suche derzeit auch nach einem Management. Und ich möchte gerne wirklich viel Spielen. Es scheitert jetzt nicht an der Qualität, nicht am Inhalt, es scheitert einfach an dem, dass viele Leute einfach nicht auf die Konzerte gehen, wenn sie etwas nicht kennen. Wenn es nicht im Fernsehen war, die Freunde nicht schon gesagt haben „Hey, schau dir das an“, dann – das unterstelle ich dem Publikum – trauen sie sich eher wenige, etwas neues auszuprobieren.
Petra Ortner