Bild Eric Arn & Margaret Unk
Bild (c) Eric Arn & Margaret Unk

ERIC ARN & MARGARET UNKNOWN – „Paranza Corta“

Bereits seit 10 Jahren arbeitet das Gitarren-Duo ERIC ARN (Primordial Undermind, Outer Vortex, Bird People) und MARGARET UNKNOWN (In The Abyssity of Grounds – mit Linda Sharrock, Seele, Guele Populaire) über die letzten Kanten der Improvisations-Musik hinaus. Am 29. Juli erscheint nun die erste Duo-LP „Paranza Costa“ auf Feeding Tube Records. Zu hören sind hier zwei Gitarren, sonst nichts. Im Herbst ist eine Europa Tour als Duo geplant. Ein Kommentar über alle möglichen Facetten von Messern und Dolchen.  

10 Stücke, keine Worte. Nur der Sound der Gitarre erzählt, kommuniziert, überblendet das Bewusstsein mit Klang. Man hört Geschichten von Dirks, Razors, Ice Picks, Poignard, Daggers, Stilettos. Eine Auflistung die erstmal so klingt, als würde man einen Waffenindex zitierten. Es handelt sich dabei aber um die Tracklist von Eric Arn & Margaret Unknowns neuem Release „Paranza Costa“. Man hört zwei Gitarren als Gegenspieler, Freunde und Feinde. Alles gleichzeitig, ohne sich dabei in Kontrasten zu verfangen. Ohne technische Unterschiede oder Abweichungen zentral zu thematisieren. Der Sound der zwei Instrumente verfängt sich vielmehr ineinander, schafft Dialoge, Echos und Antworten.

Albumcover Paranza Corta
Albumcover “Paranza Corta”

Es werden keine Worte gebraucht, die Tiefe der Jetztzeit sitzt auch so in jeder Bewegung, in jeder Betonung tief wie ein Einschnitt. An vielen Stellen mündet der Sound in Verdichtung, das Tempo steigt und bricht wieder zusammen, löst sich auf. Klassische geschulte instrumentale Techniken werden nivelliert, umgedreht und ignoriert zur selben Zeit.

Was hier erzählt wird ist eine Geschichte über Zurückhaltung und Ausbruch ohne große Gesten zu nutzen, durch das Mittel der Reduktion. Es wird kein musikalischer Plüsch gebraucht. Man taucht ein und bleibt drinnen. Taucht ein in die musikalische Konstruktion einer Gegenwelt die die Gegenwart hinter sich gelassen hat, zumindest für die Dauer der 10 Tracks. Es gibt zwei Möglichkeiten: „Paranza Corta“ als eine fortlaufende Erzählung, ohne Pausen einzulegen, ohne Innezuhalten. Oder viele kleine Erzählungen die nebeneinander existieren, einander nicht brauchen.

„Paranza Corta“ klingt wie die Konstruktion eines Orts, weit entfernt von einer Zivilisation die durch Gewalt schon immer verklärt war. Ein Rückzug in etwas Ursprüngliches, was für eine kurze Zeit, oder zumindest für die Dauer des Albums imaginiert werden kann. Ungewohnt im Post-Internet Zeitalter, aber irgendwie auch schön.

Ada Karlbauer

Links:
Margaret Unknown
Feeding Tube Records