(LK) “Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbes `Elektronikland 2011`stehen fest”, teilte am 24. Oktober Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner mit. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis für ein interdisziplinäres Projekt geht an Marlene Hirtreiter. Preisträger/innen für elektronische Musik allgemein sind Joachim Prügl, Arno Deutschbauer, Andreas Gröstlinger (je 1.500 Euro) sowie Felix Sturmberger und Karin Fisselthaler (je 1.000 Euro). Lobend erwähnt wurden weiters Haydee Jimenez, Florian Jindra, Sebastian Kargl, Florian Rinnerthaler und Moritz Scharf.
“Mit dem Wettbewerb ‘Elektronikland Salzburg’ wollen wir zeitgenössische Kompositionen und den innovativen Umgang mit aktuellen Mitteln der elektronischen Musikproduktion auszeichnen und unterstützen. Gemeinsam mit der ARGEkultur Salzburg setzen wir damit wieder einen wichtigen Impuls für die Auseinandersetzung mit dieser neuen Kunstgattung“, erklärte Kulturreferent Mag. Brenner.
Die Jury bestehend aus Bernhard Flieher (Salzburger Nachrichten), Markus Grüner (ARGEkultur), Didi Neidhart (mica-Salzburg), Gianni Stiletto (FH Puch-Urstein/Multimedia Art) und Mathias Weis (Tubeklub) begründete ihre Entscheidungen folgendermaßen: “Marlene Hirtreiters Einreichung überzeugt mit einem einfühlsamen und unprätentiösen Zeitportrait industrieller und medialer Dominanz (des Lauten) gegenüber der Verknappung und Marginalisierung natürlichen Lebensraums (des Leisen). Sie beherrscht virtuos das Spiel mit unterschiedlichen Medien und deren Verhältnis auf Zeit- und Raumempfindungen.”
“Joachim Prügl hat eine sympathische experimentelle Trash-Montage aus Text und Küchengegenständen eingereicht. Sie überzeugt formal durch die gekonnte Dekonstruktion etablierter Genres mit eigenwilligen Klangfarben, die stimmige Instrumentierung und die zeitgemäße Produktionsweise.”
Die Arbeit von Arno Deutschbauer bewertete die Jury als “sehr gelungene Umsetzung eines klaren konzeptionellen Ausgangspunktes: Aus ‘digitalem Müll’ wurden in einer Art Recycling drei neue Tracks entwickelt, die individuell, geschmackssicher und technisch einwandfrei umgesetzt wurden.”
Grundlage der Einreichung von Andreas Gröstlinger sind “Soundsamples einer Schreinerei. Was aus diesem Ausgangsmaterial genommen wurde, klingt in der Verfremdung ebenso fremdartig wie unheimlich bekannt. Eine elektronische Homage an das Handwerk, klein-industrieller Dubstep, gekonnt inszeniert.”
Die Arbeit von Felix Sturmberger hat “hohen konzeptionellen Anspruch umgesetzt mit Witz und Phantasie. Eine mehrdimensionale Soundstruktur, entspannte Wonkyness mit Referenzen auf analoge Produktionsbedingungen. Die Umsetzung erfolgt auf ästhetisch und technisch hohem Niveau.”
Die vorliegende Arbeit von Karin Fisselthaler (a.k.a. Cherry Sunkist) bewertet die Jury als “positives Beispiel für avancierte experimentelle Elektronik zwischen Software basierenden und analog generierten Transformationen. Ein mutiger Grenzgang zwischen Pop und Avantgarde, in beiden Bereichen souverän agierend, überzeugen nicht zuletzt die bestechenden Vokalspuren.”
(Pressetext)
Die Präsentation der “Elektronikland”-PreisträgerInnen findet am Donnerstag, 15.12.2011 ab 21.00 im Rahmen des Tubeklub in der ARGEkultur statt.
ARGEkultur Salzburg